Modernste Messtechnik gegen Verkehrsverstöße

19. April 2016 | Themenbereich: Hessen, Verkehr | Drucken

Knapp 1.000 hessische Polizeibeamtinnen und -beamten werden am 21. April ab 6.00 Uhr im Rahmen des zweiten europaweiten 24-Stunden-Blitzmarathons auf die Jagd nach Temposündern gehen. An 362 Kontrollstellen bringt die Polizei in Hessen gemeinsam mit Mitarbeitern der teilnehmenden Städte und Gemeinden ihre Messtechnik zum Einsatz.

„Sämtliche Messstellen werden über die Medien bekanntgegeben. Wir machen mit dem Blitzmarathon europaweit deutlich: Es geht nicht um eine möglichst hohe Anzahl an Verstößen oder Anzeigen, es steht die Verkehrssicherheit im Vordergrund. Überhöhte Geschwindigkeit ist eine der Hauptunfallursachen – dagegen werden wir weiter vorgehen“, so Innenminister Peter Beuth.

Zur Verfolgung besonders gefahrenträchtiger Verkehrsverstöße, insbesondere bei Geschwindigkeitsüberschreitungen, setzt die hessische Polizei modernste Technik ein. Neben in zivile Einsatzfahrzeuge verbaute Technik zur Geschwindigkeits- und Abstandsmessung durch Nachfahren bei gleichzeitiger Videoaufzeichnung, kommen zur Geschwindigkeitsüberwachung Lichtschrankenmessgeräte, Schleifendetektionstechnik sowie laserbasierte Geschwindigkeitsmessgeräte mit und ohne Dokumentation zum Einsatz. Zudem nutzen die Verkehrsüberwacher spezielle Messanlagen die neben dem bekannten Frontfoto auch Aufnahmen vom Heck des zu schnell fahrenden Fahrzeugs machen, so dass zum Beispiel Motorradfahrer nach Geschwindigkeitsverstößen ebenfalls ermittelt werden können.

Hintergrund:

Gemessen an den schweren Folgen stellt nicht angepasste oder überhöhte Geschwindigkeit nach wie vor das größte Risiko im Straßenverkehr dar. Der Anteil der Hauptunfallursache Geschwindigkeit am gesamten Unfallaufkommen 2015 in Hessen liegt mit 7,2 Prozent vergleichsweise niedrig. Bei den Verunglückten hingegen liegt er bei 17,2 Prozent, wobei der Anteil dieser Unfallursache mit der Schwere der Folgen deutlich zunimmt. Sind schwere Verletzungen bei den Unfallbeteiligten die Folge, hat Geschwindigkeit bei einem Viertel der in 2015 registrierten Kollisionen die Ursache gesetzt. Bei Unfällen mit Getöteten steigt der Anteil nochmals auf mehr als ein Drittel an.

Insbesondere auf Landstraßen ist die Gefahr schwerste Verletzungen durch einen Unfall davonzutragen sehr hoch. Auf den zum Teil gut ausgebauten „Über-Land-Strecken“ neigen viele Fahrzeugführer dazu die eigene Geschwindigkeit über das Erlaubte hinaus zu erhöhen. Mit diesem Tempo passieren sie Kurven, Einmündungen und Kreuzungen und treffen auf eine Vielzahl unterschiedlich schneller Verkehrsteilnehmer, wie Lkw- oder Radfahrer bzw. auf land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge. Obwohl Unfälle auf Straßen außerhalb geschlossener Ortschaften lediglich 25 Prozent aller Verkehrsunfälle im Jahr 2015 in Hessen ausmachten, waren dort 62 Prozent der Unfalltoten zu beklagen.

Innerorts kehren sich diese Anteile um. 63 Prozent der Unfälle im vergangenen Jahr ereigneten sich innerhalb geschlossener Ortschaften, dabei kamen 23 Prozent der Gesamtunfalltoten ums Leben. Innerorts sterben die Menschen nicht im, sondern außerhalb des Fahrzeugs. Hier trifft es insbesondere die schwächeren Verkehrsteilnehmer, wie Fußgänger oder Radfahrer.

Von den 244 im Jahr 2015 bei Verkehrsunfällen getöteten Menschen auf Hessens Straßen nahmen etwa 21 Prozent (52 Personen) als Motorrad- bzw. Mopedfahrer, 16 Prozent als Fußgänger (40 Personen) und sechs Prozent als Fahrradfahrer (14 Personen) am Straßenverkehr teil. Beinahe die Hälfte der tödlich verunglückten Personen sind somit der Gruppe der schwächeren bzw. weniger geschützten Verkehrsteilnehmer zuzurechnen.

Wissenschaftliche Studien beweisen: Die Senkung des Geschwindigkeitsniveaus um 2 km/h innerorts führt zu einem Rückgang der Verunglückten um bis zu 15 Prozent. Zudem belegen Untersuchungen, dass bei 65 km/h acht von zehn zu Fuß Gehenden bei einer Kollision mit einem Pkw sterben, während bei 50 km/h acht von zehn zu Fuß Gehenden überleben.

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