Kein Prozess zum Love-Parade Unglück

5. April 2016 | Themenbereich: Justiz | Drucken

Die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) hat die Entscheidung des Landgerichts Duisburg, die Hauptverhandlung im Fall der Love-Parade Katastrophe von 2010 nicht zuzulassen, bedauert. DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Dass die Richter nun entschieden haben, gegen die Verantwortlichen der Stadt Duisburg und gegen den Veranstalter nicht zu prozessieren, ist natürlich für die Angehörigen der Opfer der Katastrophe nur schwer nachvollziehbar. Zumal offensichtlich bereits im Vorfeld der Veranstaltung zahlreiche Fehler begangen wurden, die es gilt aufzuarbeiten und für die es eindeutige Verantwortliche gibt.

Aber es handelt sich auch um einen umfangreichen Sachverhalt, bei dem man jetzt untersuchen muss, ob es nicht auch an mangelndem Personal bei der Justiz gelegen hat, solch ein einzigartiges Verfahren verbunden mit teilweise komplexer Analysetechnik zu stemmen.“

Der Landesvorsitzende der DPolG Nordrhein-Westfalen, Erich Rettinghaus, stellt sich nach allem, was an Fakten in den vergangenen Jahren auf den Tisch kam, hinter die Polizei: „Die Kolleginnen und Kollegen haben im Rahmen ihrer Möglichkeiten alles getan, um Menschenleben zu retten. Auch das Innenministerium hat schnell und richtig gehandelt. So gelten seit der Love-Parade noch strengere Auflagen und Vorschriften in Bezug auf derartige Großveranstaltungen.“