Justizministerin eröffnet Fachtagung zur Opferorientierung im Justizvollzug

1. April 2016 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat vor rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Fachtagung „Opferorientierung im Justizvollzug“ in Göttingen eröffnet. Experten aus Wissenschaft und Praxis des Justizvollzuges diskutieren zwei Tage lang darüber, wie die die Perspektive der Geschädigten bei Straftaten noch intensiver im Justizvollzug zur Geltung kommen kann.

„Eine Opferorientierung im Justizvollzug geht über die allein an der individuellen Resozialisierung ausgerichteten Behandlung Straffälliger hinaus. Die Wahrnehmung der Bedürfnisse von Tatopfern beginnt mit einem Blick auf das, was an Verletzung geschehen ist und wofür es eines Ausgleichs bedarf“, betonte Niewisch-Lennartz in ihrer Begrüßung. „Entschädigungszahlungen an die Opfer und symbolische Formen der Wiedergutmachung spielen hier ebenso eine Rolle wie die bewusste Verantwortungsübernahme der Straftäter für das, was sie getan haben. Die Bedürfnisse der Opfer in den Blick zu nehmen heißt weiter, Ängsten und Retraumatisierungen von Tatopfern soweit wie möglich entgegenzuwirken. Deshalb werden wir dem Recht der Tatopfer auf Information gegenüber dem Vollzug mehr Geltung verschaffen. Ungewollten Begegnungen von Opfern und Tätern wollen wir vorbeugen – durch genauere Planung und Weisungen bei Frei- und Ausgängen.“

Die zweitägige Tagung ist ein Kooperationsprojekt des Niedersächsischen Justizministeriums und des Bildungsinstituts des niedersächsischen Justizvollzuges mit dem Kriminologischen Forschungsinstitut Niedersachsen (KFN) und dem Lehrstuhl für Strafrecht und Kriminologie der Juristischen Fakultät der Universität Göttingen. Das Ziel der Tagung ist es, im Rahmen der Vorträge und Workshops Möglichkeiten und Grenzen einer Opferorientierung im Justizvollzug sowie beispielhafte Projekte in den Blick zu nehmen.

Niewisch-Lennartz: „Nicht nur aus der Verletzung des Rechts, auch aus dem Leiden der Opfer entsteht ein Auftrag für uns als Justiz. Die Verbindung zwischen dem Leiden der Opfer und der Verantwortung der Täter ist für mich Veranlassung, die Perspektive der Opfer zu einem zentralen Thema des Justizvollzuges zu machen.“