Innere Sicherheit durch Einbrüche schwer belastet

30. März 2016 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Die nach Medienangaben auf einen neuen Höchststand gestiegene Zahl von Wohnungseinbrüchen in Deutschland ist nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) die zwangsläufige Folge des jahrelangen Personalabbaus bei der Polizei. „Die seit Jahren drastisch zunehmende Einbruchkriminalität ist eine schwere Belastung für die innere Sicherheit und die Bürger dieses Landes“, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Mittwoch in Berlin. Der GdP zufolge ist seit 2005 die Wohnungseinbruchkriminalität um rund 52 Prozent auf 167.000 Delikte gestiegen. Statistisch gesehen würde damit jährlich jeder Bürger einer Stadt von der Größe Mühlheims an der Ruhr einmal ausgeraubt.
Für die meisten Bürgerinnen und Bürger sei es ein traumatisches Erlebnis, wenn die eigenen vier Wände von Einbrechern nach Diebesgut durchwühlt wurden. Zumeist seien die emotionalen Belastungen für die Geschädigten größer als der materielle Schaden. „Drei Minuten – so lange dauert etwa ein Musikstück im Radio. Oder eine schnelle Zigarette unter Zeitdruck. Drei Minuten, das ist auch die Zeitspanne, die im Durchschnitt zwischen zwei Wohnungseinbrüchen in Deutschland vergeht. Von bloßen Beschwichtigungen und Ankündigungen lassen sich organisierte Kriminelle nicht abschrecken. Das Einzige, was hilft, ist ein hoher Ermittlungsdruck und eine sichtbare Präsenz der Polizei, vor allem in den Wohngebieten und zu bestimmten Tageszeiten“, betonte Radek.

Radek schlug zudem vor, die Bürger beim Einbau von Sicherungstechnik in Wohnungen und Häusern spürbar zu entlasten. Viele Einbruchsversuche würden durch entsprechende technische Schutzvorrichtungen ins Leere laufen. Diese kosteten aber Geld. Denkbar seien dabei zinslose Kredite der staatlichen KfW-Bank, die steuerliche Absetzbarkeit von entsprechenden Bau-Materialien wie Fenster, Schlösser und Beschläge und die Verbesserung des Einbruchschutzes schon bei der Planung von Bauten.

Mit einer bundesweiten Kampagne für mehr Personal hatte die GdP Ende des vergangenen Jahres einen dringenden Appell an die Regierungen in Bund und Ländern für eine sofortige Abkehr der jahrelangen Sparpolitik bei der Polizei gerichtet. „Die Polizei ist gezwungen, sich aus der Fläche zurückzuziehen. Deshalb hat die Polizei schon Reviere schließen müssen. Das gefällt den Menschen hierzulande nicht. Das wird uns immer wieder zugetragen“, sagte der GdP-Vize.