„Verkehrsteilnehmer gezielt mit Gefahren konfrontieren“

21. März 2016 | Themenbereich: Hessen, Verkehr | Drucken

Anlässlich der Vorstellung der Verkehrsunfallstatistik 2015 hat der Hessische Innenminister Peter Beuth ein neues Schwerpunktprogramm „Verkehrssicher in Hessen“ vorgestellt. Zusätzlich zur regionalen Verkehrssicherheitsarbeit der Polizeipräsidien wird es 2016 landesweite Aktionswochen geben. Der Fokus liegt dabei auf den Bereichen Geschwindigkeit, motorisierte Zweiräder, schwächere Verkehrsteilnehmer sowie Güter und Personenverkehr. „Wir wollen mit unseren hessenweiten Aktionswochen die Verkehrsteilnehmerinnen und Verkehrsteilnehmern gezielt mit den möglichen Gefahren konfrontieren und praktische Tipps und Hinweise zur Unfallvermeidung geben“, erklärte der Innenminister. Dafür würden für je zwei Wochen im Jahreslauf alle vier Phänomenbereiche für die Verkehrsteilnehmer sichtbar auf den Straßen und Wegen in Hessen dargestellt. Ein besonderes Augenmerk werde die Polizei zudem auf das Thema Ablenkung etwa durch Handys im Straßenverkehr legen.

Außerdem stellte der Minister ein Projekt der Hessischen Polizeiakademie und der Physikalisch-Technischen Bundesanstalt in Braunschweig (PTB) vor. Ziel ist es, künftig Raser mit einem neuen Geschwindigkeitsmessverfahren, das auf GPS-Daten basiert, zu überführen. „Dabei geht es um eine reine Vereinfachung des Messverfahrens, die Kameratechnik verbleibt am Boden. Das heißt: Der Kontrolle erfolgt für die Verkehrsteilnehmer weiterhin sichtbar und nachvollziehbar“, betonte der Minister.

Die Zahl der im Straßenverkehr tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer hat sich in Hessen seit dem Jahr 2004 nahezu halbiert. In der Langzeitbetrachtung sank die Zahl von 448 Getöteten im Jahr 2004 auf 244 im Jahr 2015. Im gleichen Zeitraum ging auch die Zahl der Schwerverletzten um mehr als 1.100 zurück. Gegenüber dem Vorjahr sei die Zahl der Verkehrstoten in Hessen im Jahr 2015 allerdings von 222 auf 244 gestiegen, so der Innenminister. Für das Jahr 2015 weist die Verkehrsunfallstatistik ein Plus von 4.719 auf jetzt 135.625 Unfälle Hessens Straßen aus. Zwei Drittel des Zuwachses fallen in den Bereich der Wildunfälle (+3.220). Trotz des Anstiegs der Verkehrsunfälle insgesamt blieb die Zahl der Verunglückten nahezu unverändert: sie sinkt um fünf Menschen auf 28.411.

„Wenn wir uns mit den Zahlen, Daten und Folgerungen der Verkehrsunfallstatistik 2015 befassen, dürfen die Schicksale und Tragödien, die hinter jeder einzelnen Zahl stehen, nicht in Vergessenheit geraten. Tod und schwere Verletzungen bedeuten Leid für viele Menschen, für Betroffene und für Angehörige, für Familien und für Freunde. Die körperlichen und die mentalen Folgen eines Unfalls können zu lebenslangen Begleitern werden“, so Innenminister Peter Beuth.

Gemessen an der Einwohnerzahl lag im vergangenen Jahr das Risiko, im Straßenverkehr zu sterben, in Hessen bei 40 Getöteten je eine Million Einwohner. Der Bundesdurchschnitt liegt mit nahezu 43 Verkehrstoten darüber. Auch bei der Häufigkeitszahl steht Hessen im bundesweiten Vergleich gut da: Auf 100.000 in Hessen zugelassene Kraftfahrzeuge kommen 3.284 Verkehrsunfälle. Das ist die geringste Häufigkeitszahl in der Bundesrepublik.

„Unsere Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienste leisten hervorragende Arbeit“, unterstrich der Innenminister und rief zugleich für mehr Rücksichtnahme im Straßenverkehr auf. „Eine Vielzahl der Unfälle auf Hessens Straßen könnten so verhindert werden“, so Beuth. Der Minister wies in diesem Zusammenhang auf die Kampagne „Rettungsgasse“ der Hessischen Landesregierung hin. „Damit schnelle Hilfe auch ankommen kann, müssen nur wenige Verhaltensregeln beachtet werden. Wir weisen mit unserer Aktion landesweit auf diese wichtige Maßnahme, die Leben retten kann, hin.“

 

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