Gewalt eskaliert in krimineller Szene

16. März 2016 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Der Sprengstoffanschlag in Berlin am Dienstagmorgen belegt nach Auffassung des stellvertretenden Bundesvorsitzenden der Gewerkschaft der Polizei (GdP) Jörg Radek, dass die Gewalt in der kriminellen Szene offenbar eskaliert. Laut Medienberichten wiesen erste Ermittlungsergebnisse auf Spuren in das Drogen- und Glücksspielmilieu der Hauptstadt. „Die Polizei wird jetzt natürlich zunächst in alle Richtungen ermitteln. Die Art und Weise des Anschlags könnte jedoch auf Auseinandersetzungen im Bereich der Organisierten Kriminalität oder zwischen rivalisierenden Banden hindeuten“, sagte der GdP-Vize dem Nachrichtensender N24 am Dienstag.
Um weitere Gefährdungen auszuschließen und noch eventuelle Spuren zu sichern, habe die Polizei den Tatort weiterhin weiträumig abgesperrt. Die Ermittler würden sich, so der GdP-Spitzenfunktionär, intensiv mit dem Sprengsatz und dem Zündmechanismus beschäftigen. Häufig ergäben die individuelle Bauweise und Tatbegehung weitere Hinweise auf den oder die Täter.

„Dieses Verbrechen zeigt die schiere Skrupellosigkeit der Täter, die schwere Verletzungen oder gar den Tod Unbeteiligter in Kauf genommen haben“, betonte er.

Radek zufolge war es das erste Mal seit 1989, das in Deutschland im öffentlichen Straßenverkehr die Explosion eines fahrenden Autos mutmaßlich herbeigeführt worden war. Damals war der Chef der Deutschen Bank, Alfred Herrhausen, einem Terroranschlag der Rote Armee Fraktion zum Opfer gefallen.