150 Polizistinnen und Polizisten aus ganz Deutschland üben den Ernstfall an der Akademie für Krisenmanagement, Notfallplanung und Zivilschutz (AKNZ)

16. Februar 2016 | Themenbereich: Polizei | Drucken

„Wie die Naturkatastrophen der vergangenen Jahre, die Terroranschläge in Europa und nicht zuletzt die Flüchtlingskrise gezeigt haben, müssen sich die Verantwortlichen mit unterschiedlichen und neuartigen Szenarien auseinandersetzen. Nur im Zusammenwirken aller Beteiligten wird es gelingen, derartige Lagen auch in Zukunft erfolgreich zu bewältigen.“ Mit diesen Worten begrüßte der Präsident des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) Christoph Unger die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Seminars „Größere Gefahren- und Schadenslagen/Katastrophen“ im Masterstudiengang „Öffentliche Verwaltung – Polizeimanagement“ der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) an der AKNZ in Bad Neuenahr-Ahrweiler.

Unger betonte weiter, Ziel aller Seminare an der AKNZ sei es, die verschiedenen „Player“ des Bevölkerungsschutzes vorzustellen und ihnen so die Möglichkeit der Verzahnung zu geben sowie die Netzwerkbildung zu fördern. Polizeibeamtinnen und -beamte gehören daher in vielen Seminaren der AKNZ zur Zielgruppe.

Ziel dieser Stabsrahmenübung an der AKNZ ist es, unter einsatznahen Bedingungen die Bewältigung einer Großschadenslage zu üben sowie eine Pressekonferenz unter realitätsnahen Umständen durchzuführen. Damit sind die Teilnehmerinnen und Teilnehmer gefordert, die konkrete Arbeit in einem Polizeistab sowie die Maßnahmen und Wege zur Entscheidungsfindung, insbesondere in Stresssituationen zu üben.

„Gerade auch die Anschläge vom 11. September 2001 und das Elbehochwasser 2002 sowie andere herausragende Ereignisse im Jahr 2002, wie der Amoklauf in Erfurt oder Flugzeugabsturz bei Überlingen haben deutlich gemacht, dass polizeiliche und nichtpolizeiliche Gefahrenabwehr wesentlich enger zusammenarbeiten mussten. Vor diesem Hintergrund zeigt aber beispielsweise die Flut an Elbe und Donau im Jahr 2013, die vom Deutschen Wetterdienst als ‚Jahrhundertphänomen‘ bezeichnet wurde, dass sich eine ganze Menge in diesem Bereich weiterentwickelt hat“, so Unger.

Deswegen sei man stolz drauf, dass der gesamte Führungsnachwuchs des höheren Polizeivollzugsdienstes in der Bundesrepublik Deutschland in besonderem Maße mit dem Themenfeld der Einsatzbewältigung in der Zusammenarbeit mit dem Bevölkerungsschutz vertraut gemacht wurde und wird. „Dies sind seit 2004 mehr als 1.300 Polizeibeamtinnen und –beamte, was sicher eine solide Grundlage für einen guten Austausch ist“, so Unger.

Der Leiter des Fachgebietes „Polizeiliches Krisenmanagement“ an der DHPol, Torsten Juds, betonte ebenfalls die gute Zusammenarbeit. „Wir als Deutsche Hochschule der Polizei freuen uns, dass wir auch in diesem Jahr wieder von der Kooperation mit der AKNZ profitieren können. Die Übungswochen stellen für die Studierenden eine der wenigen Gelegenheiten dar, theoretisches und praktisches Wissen miteinander zu verknüpfen. Gerade in der heutigen Zeit ist es für die Führungskräfte der Polizei wichtig, sich auf Großschadensereignisse, Katastrophen und terroristische Anschläge vorzubereiten. Dazu finden wir in Bad Neuenahr-Ahrweiler hervorragende Bedingungen.“

In diesem Jahr nehmen 150 Studierende an der Übung teil. Über 80 Dozentinnen und Dozenten leiten die Übungsreihe. Für die AKNZ bedeutet diese Veranstaltung einen erheblichen logistischen Aufwand. So werden insgesamt sechs Stabsräume eingerichtet und mehr als zwei Kilometer zusätzliche Kabel verlegt, um 140 PCs und 140 Telefone in den Übungsräumen zu betreiben.