Kriminalität gegen, von und unter Zuwanderer(n)

15. Februar 2016 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland 1,1 Millionen Zuwanderer (Flüchtlinge und Migranten) in das EDV-System EASY (Erstverteilung der Asylbegehrenden) aufgenommen. Ob damit alle Zuwanderer erfasst wurden, ist ebenso wenig mit letzter Bestimmtheit zu sagen, wie Doppel- oder Fehlerfassungen ausgeschlossen werden können. Mehr als 300 000 Zuwanderer sind allein nach Nordrhein-Westfalen gekommen. Welche Herausforderun­gen dadurch auf die Polizei zukommen, diskutiert die GdP am 17. März unter dem Titel „Kriminalität gegen, von und unter Zuwanderer(n)“ auf ihrem diesjährigen Kriminalforum in Düsseldorf.
Die große Zahl der Zuwanderer stellt das Land und die Kommunen nicht nur vor das große Problem der Verteilung, Unterbringung und Versorgung, sondern auch die Integration wird zunehmend zu einem Problem. Deutschkurse und Schulunterricht aber auch das schlichte Zusammenleben der vielen Menschen aus unterschiedlichen Herkunftslanden, kulturellen und sozioökonomischen Strukturen stellen eine immense Herausforderung dar. Nicht zuletzt bringen die vielen Zuwanderer und ihr Zusammenleben aber ein weiteres Problem mit sich: die steigende Kriminalität.

Zum einen ist es die Ablehnung, ja teilweise sogar der Hass, der den Menschen, die zu uns gekommen sind, entgegenschlägt und sogar zu Brandanschlägen auf ihre Unterkünfte führt. Zum anderen ist es aber auch die Kriminalität der Zuwanderer selbst, die die Strafverfolgungsbehörden und vor allem die Polizei vor große Herausforderungen stellt. Nicht zuletzt die Silvesternacht in Köln, aber auch in Hamburg und in Stuttgart hat gezeigt, dass sich längst nicht alle, die zu uns kommen, an die Gesetze unseres Landes halten. Die Silvesternacht in Köln hat aber auch dazu geführt, dass jetzt offen und fair Probleme angesprochen werden können, ohne dass derjenige, der die Probleme benennt, dafür in die rechte Ecke gestellt wird. Genau das beabsichtigt die GdP mit ihrem diesjährigen Kriminalforum am 17. März.

Experten aus Polizei, Wissenschaft und Kommunalverwaltung werden dort über die Situation in den Flüchtlingseinrichtungen und in deren Umfeld berichten. Polizeidirektor Peter Andres, Leiter der Verbindungsstelle der Polizei zur Bezirksregierung Arnsberg, wird über die landesweite Situation vor allem im Umfeld der Aufnahmeeinrichtungen berichten. Prof. Dr. Christian Pfeiffer, ehemaliger Leiter des Kriminologischen Forschungsinstituts Niedersachsen, wird über Kriminalitäts- und Integrationsprobleme im Zusammenhang mit dem enormen Anstieg der Flüchtlinge im vergangenen Jahr referieren. Der Münsteraner Kommissariatsleiter Jürgen Tölle wird über das Schwerpunktthema „Straftaten von Zuwanderern aus nordafrikanischen Staaten“ berichten. Auf dem Forum wollen wir aber auch über den eigenen Tellerrand schauen. Die Flüchtlingsbeauftragte der Stadt Düsseldorf, Miriam Koch, wird deshalb über die Probleme einer Kommune bei der Bewältigung des Flüchtlingsstroms berichten und über die Probleme der Zuwanderer selbst. Wolfgang Spies, im Geschäftsführenden Landesbezirksvorstand der GdP für den Bereich Kriminalpolitik zuständig, und der Landesvorsitzende, Arnold Plickert, werden zudem die Sichtweise, Forderungen und Positionen der GdP vortragen.

Für das Forum steht nur eine begrenzte Zahl von Teilnehmerplätzen zur Verfügung.