Neue Millionenförderung für berufliche Qualifizierung in den Haftanstalten des Landes

12. Februar 2016 | Themenbereich: Brandenburg, Strafvollzug | Drucken

Mit mehr als zwei Millionen Euro werden in den kommenden zwei Jahren berufliche Qualifizierungsmaßnahmen in den Justizvollzugsanstalten des Landes gefördert. Dazu werden ab 2016 erstmalig mehr als 1,4 Millionen Euro an Landesmitteln bereitgestellt, hinzukommen etwa 660.000 Euro aus dem Europäischen Sozialfonds. Justizminister Helmuth Markov sagte zum Start des Interessenbekundungsverfahrens: „Die Finanzierung aus dem Landeshaushalt zeigt wie wichtig das Thema für uns ist. Arbeit gibt persönlichen Halt. Sie ist eine wichtige Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben, unterstützt die gesellschaftliche Integration und ist damit ein wichtiger Baustein unserer Resozialisierungsbemühungen. Dafür bedarf es aber einer ausreichenden Qualifikation. Da eine große Zahl von Gefangenen vor der Inhaftierung erwerbslos und schlecht ausgebildet war, können die entsprechenden Bildungsmaßnahmen während der Haft den Rückfall in kriminelle Verhaltensmuster verhindern. Mit der Förderung setzen wir die konsequente Ausrichtung des Strafvollzugs auf eine nachhaltige Resozialisierung fort.“

Berufliche Qualifizierungsmaßnahmen werden in Brandenburger Haftanstalten von externen Maßnameträgern durchgeführt. Sie haben die Aufgabe, arbeitsmarktgerechte Angebote von hoher Qualität für die Gefangenen bereit zu halten, damit diese nach der Haftentlassung auf dem Arbeitsmarkt besser vermittelbar sind. „Um bei der Bewerbung erfolgreich zu sein, müssen sich die Träger einem strengen Auswahlverfahren unterziehen. Dadurch stellen wir sicher, dass die beruflichen Ausbildungen in Brandenburger Haftanstalten hohen Qualitätsansprüchen genügen. Ich hoffe, dass wir auch in dieser Förderperiode wieder viele Vorschläge für wirkungsvolle und innovative Programme erhalten, die bei den Insassen deren Talente wecken und sie auf das Leben nach der Haft so gut wie möglich vorbereiten“, so Markov weiter.

Hintergrund

Für die neue Förderrunde, die am 1. April 2014 beginnt, werden etwa 1,4 Millionen Euro an Landesmitteln bereitgestellt, etwa 660.000 Euro sind Mittel des Europäischen Sozialfonds (ESF). Mit der Verausgabung der von der Justiz bereitgestellten Mittel ist die Investitionsbank des Landes Brandenburg (ILB) beauftragt worden. Dort können sich interessierte Anbieter über die für die jeweils unterschiedlichen Fördertatbestände erstellten Förderrichtlinien informieren. Neben der „Richtlinie des Ministeriums der Justiz und für Europa und Verbraucherschutz zur Förderung von beruflichen Qualifizierungsmaßnahmen im Justizvollzug des Landes Brandenburg in der EU Förderperiode 2014-2020“ ist auf der dortigen Homepage nunmehr auch eine „Richtlinie des Ministeriums der Justiz und für Europa- und Verbraucherschutz zur Förderung von Erstausbildungen und vorberuflichen Qualifizierungsmaßnahmen im Justizvollzug des Landes Brandenburg im Zeitraum 2016–2017“ für die Förderung aus Justizmitteln einzusehen. Die Richtlinien regeln unterschiedliche Fördertatbestände. Die Antragsfrist für die in der neuen Richtlinie ausgeschriebenen Maßnahmen beginnt ab dem 10. Februar 2016.