Knatterton 2016

12. Februar 2016 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Schleswig-Holstein | Drucken

Am 10.02.2016 fand traditionsgemäß im Restaurant des Kieler Schlosses die diesjährige Verleihung der Nick Knatterton-Ehrenmütze unter dem Motto „Zuwanderung meistern“ statt.

Wie in den vergangenen Jahren fanden sich zu dieser besonderen Veranstaltung rund 60 Gäste aus Bereichen der Polizei, Justiz, Politik und Gesellschaft ein. Ehemalige Ehrenmützenträger, der ehemalige BKA-Präsident Jörg Ziercke waren ebenfalls unter den Gästen.

Der Landesvorsitzende Stephan Nietz wies in seinen einleitenden Worten unter anderem daraufhin, dass wir in einer internationalen Gemeinschaft wohnen und die Errungenschaften unserer freiheitlich-demokratischen Ordnung nun von vielen Flüchtlingen in Anspruch genommen würden. Er machte deutlich, dass die immer rauer werdende Diskussion in den verschiedenen Medien dem BDK große Sorgen bereiten würde. Es müsse jedoch nach konstruktiven Lösungen gesucht werden. Ein nur in Schleswig-Holstein gefundener Lösungsansatz ist bis heute, dass die Landespolizei für die Organisation der vordringlichen Unterbringungs- und Versorgungsaufgaben verantwortlich zeichnet. Unter allgemeinem Beifall erklärte er: „Wir können stolz auf die bisherige Leistung sein!“

Dennoch sind schlussendlich die Kreise und Kommunen verantwortlich unter anderem für die Integrationsarbeit und die Gewährleistung der Chancengleichheit. Hier wird schon jetzt Unglaubliches geleistet, daher war es nur logisch, dass sich unsere jährliche Fahndung nach einem geeigneten Kandidaten für die Ehrenmütze in genau diesem Themenbereich erfolgte. Zugegebenermaßen fiel uns die Wahl schwer, aber mit dem diesjährigen Kandidaten haben wir ganz sicher eine gute Wahl getroffen, sie fiel auf

Herrn Dr. Olaf Tauras, Oberbürgermeister der Stadt Neumünster

Sein Engagement für diese Stadt hat Wirkung gezeigt. Stephan Nietz unterstrich das gezeigte soziale Verantwortungsgefühl sowie die Bereitschaft zum Handeln. Augenzwinkernd wies er darauf hin, dass Herr Dr. Tauras das Problem der Zuwanderung am eigenen Leib erfuhr, als er im Jahre 2000 in den „echten Norden“ einwanderte.

Im Anschluss an die Ehrung erhob Herr Dr. Tauras selbst das Wort und bedankte sich. Er machte deutlich, dass die Ehre nicht ihm allein gehöre, sondern auch seinen Amtskolleginnen und -kollegen, die sich wie er der täglichen Herausforderung – der Aufnahme und Integration von Flüchtlingen – stellen. Er wies darauf hin, dass diese Menschen sehr viel Leid ertragen haben und hier auf unsere humanitäre Hilfe angewiesen seien. Es ginge seines Erachtens nicht danach, ob wir das schaffen, sondern dass wir das schaffen müssen. Dr. Tauras warf auch einen Blick auf die 12 Erstaufnahmeeinrichtungen in Schleswig-Holstein, die für 12.360 Menschen Platz bieten. Resümierend erklärte er, dass es genug Kapazitäten in den Erstaufnahmeeinrichtungen gibt, die Hilfssysteme etabliert und eingespielt seien. Sprachkurse seien mittlerweile ausreichend vorhanden. Er wies aber auch darauf hin, dass die Integration der Flüchtlinge am Arbeitsmarkt erst am Anfang stehe und somit noch genug zu tun sei.

Er sei sich der Verantwortung des Preises sehr wohl bewusst und man wisse in den Kommunen und Gemeinden ebenso, was für überaus gute Arbeit die Kriminalisten und die Polizei insgesamt in Schleswig-Holstein leiste.

Im Anschluss erhob StS’in Frau Söller-Winkler das Wort und bedankte sich aus ihrer Sicht für die stets verantwortungsbewusste Zusammenarbeit mit dem Preisträger. Anfangs skeptisch fragend, was einen Oberbürgermeister für die Kriminalpolizei derart wichtigmache, dass ihm die heutige Ehrung zuteilwurde, habe sie durch die hier gesprochenen Worte und die bisherige Arbeit des OB einen Blick darauf werfen können, was die Kriminalpolizei beschäftige. Im Zusammenhang mit den kriminalpolitischen bzw. kriminalpolizeilichen Themenfeldern, sei die die Knatterton-Verleihung an den OB die richtige Wahl.