Brennstoffzellen sichern Notstromversorgung

11. Februar 2016 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Innere Sicherheit | Drucken

An insgesamt 36 herausragenden Standorten für die Funkversorgung sichern Brennstoffzellen seit einem Jahr die Notstromversorgung für mindestens 72 Stunden. Dadurch wird die Kommunikation von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdiensten und dem Katastrophenschutz gewährleistet. Damit ist diese Technik ein wichtiger Baustein zum sicheren Netzbetrieb bei Stromausfallszenarien.

Galten Brennstoffzellensysteme vor einigen Jahren noch als exklusiv und nahezu unbezahlbare Energietechnik, stellt heute moderne Brennstoffzellentechnologie an Standorten des Digitalfunks der Behörden und Organisationen mit Sicherheitsaufgaben (BOS) ihre Leistungsfähigkeit nun auch im Betrieb von kritischen Infrastrukturen in Baden-Württemberg unter Beweis.

„Saubere und emissionsfreie Stromerzeugung, die dauerhafte Reduzierung der Umweltbelastung, ein ausgezeichneter Wirkungsgrad und herausragende Werte bei Funktionalität, Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit sind die Merkmale dieser Technik. Damit bleibt das Hochsicherheitsnetz Digitalfunk BOS auch bei Stromausfällen funktionsfähig. Diese Eckpunkte waren entscheidend für den Einsatz dieser fortschrittlichen Technik, die seit einem Jahr in Betrieb ist und sich bereits bewährt hat“, sagte Innenminister Reinhold Gall.

Als Brennstoffzellentyp seien Polymerelektrolytbrennstoffzellen (PEM) im Einsatz, die Leistungsbedarfe zwischen 2,0 und 4,0 kW abdeckten. Durch die Verwendung intelligenter Steuerungstechnik werde die tatsächlich am Standort benötigte Energie bereitgestellt und mit einem Wirkungsgrad der Brennstoffzellentechnik von über 50 Prozent ein wirtschaftlicher und ressourcenschonender Betrieb erreicht.

„Während herkömmliche Notstromaggregate Feinstaub, Kohlenstoffdioxid und Stickoxide erzeugen, weil sie mit Diesel oder Benzin betrieben werden, entsteht bei der Energiegewinnung durch die Brennstoffzellen ausschließlich Wasser und keine weiteren Immissionen“, betonte Innenminister Reinhold Gall. Für einen Einsatzzeitraum von 72 Stunden hätten 36 Notstromaggregate seither etwa 7200 Liter Kraftstoff verbraucht. Ein weiterer Vorteil der Brennstoffzellentechnik sei, dass sie im Gegensatz zu herkömmlichen Notstromaggregaten nahezu geräuschlos arbeite.

Ein auf die besonderen Belange ausgerichtetes Logistikkonzept zur Versorgung der Standorte mit Wasserstoff runden die Maßnahmen zum sicheren und hochverfügbaren Betrieb des Digitalfunk BOS ab.