Einsatz von „K 2- Kräfte“ an Fastnacht

4. Februar 2016 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Rheinland-Pfalz | Drucken

Im ganzen Land werden händeringend Fachkräfte des „K2“ gesucht, um eine qualifizierte Aufnahme und Bearbeitung anfallender Sexualdelikte während der gesamten Fachtnachtszeit sicherzustellen. Ein völlig berechtigtes Ansinnen, insbesondere aus Opfersicht.

Alle Einsatzplaner fordern daher vor dem Hintergrund der an Silvester in Köln bekannt gewordenen schlimmen Erlebnisse für Frauen aus den K2 des gesamten Landes Kräfte in „größtmöglicher Stärke“ an, am besten natürlich Kriminalbeamtinnen. Dabei geht bei dem Planungsdruck schon mal unter, dass es in der Fläche kein K2 mehr gibt. Gerade Köln zeigte aber die Notwendigkeit, ausreichend und fachlich qualifiziertes Personal in diesem Bereich vorzuhalten.

Seit November 2012 existieren keine K2 bei den Kriminalinspektionen der Polizeidirektionen des Landes Rheinland-Pfalz. Sie fielen dem Sparzwang der Landesregierung zum Opfer, wurden mit den K1en zusammengelegt und damit „optimiert“. Für die Kriminalpolizei des Landes Rheinland-Pfalz wäre Optimierung sicher Favorit für das Unwort der letzten Jahre!

Der angepriesene „Synergieeffekt“ trat erwartungsgemäß in diesem sehr spezialisierten Bereich nicht ein, das Personal im Bereich K1/2 wurde deutlich reduziert. Eine Trennung der Arbeitsbereiche war aufgrund der entstandenen Personaldefizite nicht mehr möglich.

Mangels Perspektive haben sich landesweit bereits zahlreiche gut ausgebildete, motivierte und vor allem sehr erfahrene (und das ist ein unbeschreiblich wichtiger Faktor im diesem Arbeitsbereich) K2-Mitarbeiter/innen nach der „Optimierung“ in der Fläche umorientiert. Die Fakten hierzu sind bekannt und vielfach diskutiert. Der BDK wies stetig darauf hin, dass diese „Optimierung der Kriminalpolizei“ in der opferorientierten Sachbearbeitung, sprich ehemaligen K2, erhebliche Auswirkungen hat, denen man dringend entgegensteuern muss.

Bis heute prüft man noch. Vor den Landtagswahlen wird dazu wohl keine Aussage mehr zu erwarten sein!

Am Sitz der Polizeipräsidien existieren die K2en weiterhin aus sehr gutem Grund. Es wäre grob fahrlässig anzunehmen, dass die sexualisierte Gewalt und das Anzeigeverhalten in den kommenden Jahren einen Rückgang erfahren werden. Wir brauchen wieder funktionsfähige K2en auch bei den Kriminalinspektionen der Polizeidirektionen, damit qualifizierte Mitarbeiter/innen mittelfristig wieder zur Verfügung stehen.

Der BDK begrüßt z. B. die Personalanforderung der Verantwortlichen des PP Mainz für den Rosenmontagszug. Das ist ein Schritt in die richtige Richtung. Der BDK erwartet, dass es im Rahmen der laufenden Evaluierung der „Optimierung“ zu einer zeitnahen Trennung von K1 und K2 bei den Kriminalinspektionen der Polizeidirektionen kommt. Diese Zusammenlegung K1 und K2 war weder sinnvoll, noch hat sie sich bewährt. Da sind sich die Beschäftigten der betroffenen Arbeitsbereiche im ganzen Land, von wenigen Ausnahmen abgesehen, einig. Wenn die es nicht wissen, wer denn?