BDK fordert verwendungsorientierte Ausbildung

4. Januar 2016 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Thüringen | Drucken

Jedes Jahr im September/Oktober erfolgt am Bildungszentrum und der Verwaltungsfachhochschule der Thüringer Polizei in Meiningen die Begrüßung von Auszubildenden für den mittleren Dienst und von Studenten für die Laufbahnausbildung des gehobenen Dienstes.

Die Feststellung, dass die Kriminalitätsbekämpfung sich in den zurückliegenden Jahren gravierend verändert hat, erfordert auch Veränderungen in der Aus- und Fortbildung von Thüringer Polizisten.

Der BDK, setzt sich in Thüringen seit mehreren Jahren für die Einführung einer verwendungsorientierten Ausbildung ein, um damit auf diese Veränderungen differenziert reagieren zu können. Trotz vieler Schnittstellen im polizeilichen Alltag sind die Anforderungen an die Schutzpolizei andere als an die Kriminalpolizei. Wir sind uns einig, dass es um eine bestmögliche Ausbildung sowohl für Schutz- als auch für Kriminalpolizisten geht.

Die Verwaltungsfachhochschule ist bereit, wenn die entsprechenden Vorgaben durch das Thüringer Ministerium für Inneres und Kommunales (TMIK) vorliegen, an der Umsetzung zu arbeiten. Leider ist dieser Prozess nach dem Regierungswechsel 2014 nicht nur ins Stocken geraten, sondern völlig ausgeblendet. Der Landesverband wird dieses Thema im kommenden Jahr verstärkt weiter vorantreiben und eine Umsetzung einfordern.

Am 1. Oktober 2015 haben in der Bildungseinrichtung in Meiningen 100 Polizeianwärter ihre Ausbildung begonnen. Weitere 25 Direkteinsteiger für den gehobenen Polizeidienst nahmen ihr dreijähriges Bachelor-Studium auf. 24 angehende Polizisten konnten ihre vor zwei Jahren begonnene Ausbildung nicht beenden. Damit übernimmt die Thüringer Polizei in diesem Jahr weniger neue Beamte als in den Ruhestand wechseln. Keiner der Absolventen wird zur Kriminalpolizei versetzt.

Zur Begrüßung der angehenden neuen Polizeibeamten des Freistaates Thüringen waren zu diesem Termin auch Vertreter des Bundes Deutscher Kriminalbeamter mit einem Informationsstand in Meiningen vertreten. Holger Werner (KPI Gera), Jan Schackow (KPI Jena) und Marco Räbiger (KPI Saalfeld) standen den Interessierten für Fragen zur Verfügung. Das Angebot wurde sehr gut angenommen. Neben polizeipraktischen Fragen war es vor allem die Frage nach dem Weg zum Kriminalisten mit den einzelnen Spezialausrichtungen, die beantwortet werden konnte. Auch die Angebote des BDK als Berufsverband fanden großen Anklang.