Polizeibilanz zur Hinrunde der Fußballsaison 2015/2016

28. Dezember 2015 | Themenbereich: Baden-Württemberg, Polizei | Drucken

Die Fußballbilanz der Hinrunde ist positiv. Trotz einer leicht angestiegenen Zahl von Spielbegegnungen in den ersten fünf Fußballligen konnte im Vergleich zur Hinrunde der vergangenen Saison die Einsatzbelastung der Polizei um nahezu 4.000 Stunden auf knapp 87.000 Stunden reduziert werden. Baden-Württemberg kann im bundesweiten Vergleich seit Jahren bereits den geringsten Kräfteansatz pro Begegnung vorweise.

„Wir drehen seit geraumer Zeit an kleinen Stellschrauben, damit die Polizei so gering wie möglich belastet wird. Dazu gehören beispielsweise eine möglichst ressourcenschonende Kräfteplanung und die intensive Einbindung der Vereine“, so Gall weiter. Dies lasse sich unter anderem daran erkennen, dass die Vereine gut 3.000 Ordner mehr eingesetzt hätten, als noch in der Hinrunde der Vorsaison.

Der eingeschlagene Weg, Vereine, Verbände und Kommunen noch stärker in die Sicherheitsaufgaben mit einzubeziehen, habe sich als richtig erwiesen.

„Wir werden diesen Ansatz konsequent weiter verfolgen“, betonte der Innenminister. „Weniger verletzte Personen (Minus 19 auf 25) und weniger Straftaten (Minus 127 auf 205) sprechen für unsere Strategie.“ So seien die Beleidigungs- (Minus 26) und Körperverletzungs- (Minus 20) sowie Sprengstoffdelikte (Minus 24) rückläufig. Auch der Anteil der verletzten Polizeibeamten (Minus 1 auf 5) sei weiter zurückgegangen und befinde sich erfreulicherweise auf einem niedrigen Niveau.

Lediglich im Bereich des Landfriedensbruchs habe eine deutlichere Steigerung (Plus 13 auf 14) hingenommen werden müssen. Dies resultiere aber im Wesentlichen aus der Begegnung Karlsruher SC gegen 1. FC Union Berlin, bei der allein neun Strafanzeigen wegen Landfriedensbruch gefertigt werden mussten. „Das sind leider einzelne Ausreißer, die aber auch konsequent von der Polizei verfolgt werden. Gewaltdelikte, wie zum Beispiel Landfriedensbruch, werden wir niemals auch nur ansatzweise dulden“, sagte Gall.

Verstärkt werde die Polizei im Land zudem auf Aufenthaltsverbote und Meldeauflagen setzen. Dies werde bereits am Spielort Freiburg praktiziert und habe zu spürbaren Erfolgen geführt. „Wenn es uns gelingt, die Störer bereits im Vorfeld einer Begegnung von der Veranstaltung auszuschließen, dann ist dies ein wichtiger Baustein für mehr Sicherheit in den Stadien und reduziert gleichzeitig die Einsatzbelastung der Polizei“, ist der Innenminister überzeugt.

Die Polizei sehe sich durch diese Ergebnisse in ihrer Arbeit bestätigt. „Wir haben in Baden-Württemberg erfreulicherweise viele Mannschaften in den oberen Ligen. Dadurch haben wir im Vorfeld Möglichkeiten, zum Beispiel bei der Spieltagsplanung und den Sicherheitsbesprechungen gezielt und konsequent auf alle Beteiligten einzuwirken. Das hat sich in der Vorrunde bisher ausgezahlt“, stellte Gall fest. Er habe die Hoffnung, wenn alle weiter an einem Strang ziehen, dass die positive Entwicklung auch in der Rückrunde anhalten werde.