Getöteter Polizist am Heiligabend erschüttert Polizisten in Deutschland

25. Dezember 2015 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Trauer und Bestürzung werden aus den vielen Reaktionen deutlich, die Polizistinnen und Polizisten aus allen Teilen Deutschlands über den Tod ihres 46jährigen Kollegen aus Herborn äußern, der bei einer Messerattacke bei einer Kontrolle in einem Zug im Bahnhof von Herborn tödlich verletzt worden war. DPolG-Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Es fällt schwer, unbefangen Weihnachten zu feiern, wenn man an das unermessliche Leid der Familie denkt, die an Heiligabend einen solchen Verlust erlitten hat. Unsere Gedanken sind bei ihnen und bei unserem verletzten Kollegen.“

Rainer Wendt weiter: „Viele fragen sich ob dieser Vorfall und die vielen Tausend anderen Angriffe auf unsere Einsatzkräfte irgendwann das Einsatzverhalten beeinträchtigen könnten. Die Beamten werden misstrauischer, vorsichtiger und das könnte das Bild der Polizei verändern, weil Bürgernähe verloren geht. Dafür muss man Verständnis haben, denn bei aller Freundlichkeit, die wir dem Bürger als unserem Partner entgegenbringen wollen, kann man eben kaum ausblenden, dass wieder einmal aus einem nichtigen Anlass heraus tödliche Gewalt erwachsen ist.“

Immer wieder werden im so genannten täglichen Streifendienst heftige Angriffe auf Polizisten begangen, erklärte der DPolG-Chef weiter. Einfache Personenkontrollen, Ruhestörungen, Nachbarschaftsstreitigkeiten und sogar kleine Verkehrsunfälle, die das Einschreiten der Polizei notwendig machen, werden dann urplötzlich zu Gewaltausbrüchen, mehr als 80 Prozent aller Attacken werden in diesen Alltagssituationen begangen. Rainer Wendt: „Davor kann man sich kaum schützen, selbst wenn alle Massnahmen zur Eigensicherung beachtet wurden, bleibt ein hohes Restrisiko. Deshalb drängen wir ja auch darauf, dass unsere Kolleginnen und Kollegen noch sicherer werden in Einsatztrainings und auch die beste Schutzausstattung bekommen, weil wir so diese Gefahren wenigstens minimieren können.“

Es dürfe auch nicht vergessen werden, so DPolG-Chef Rainer Wendt, in welcher tödlichen Gefahr der Zugbegleiter war, als er die Polizei herbeigerufen hatte. Er hatte vorher den Täter kontrollieren wollen und mit Sicherheit überhaupt keine Chance gehabt, sich zu wehren, wenn der Angriff ihm gegolten hätte. Rainer Wendt: „Die Arbeit im öffentlichen Raum wird für alle Beschäftigten, die dort tätig sind, zur gefahrengeneigten Tätigkeit, ob in Situationen wie in Herborn, in Bürgerämtern, Arbeitsagenturen, Schulen oder Gerichtsfluren. Deshalb haben alle diese Beschäftigten Anspruch darauf, in ihrem Dienst an der Gemeinschaft unserer Bürger bestmöglich geschützt zu werden.“