Bundesbereitschaftspolizei bald nicht mehr einsatzfähig!

23. Dezember 2015 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Immer mehr Bundespolizisten aus ganz Deutschland werden auch in den kommenden Wochen über die Feiertage hinweg von ihren Familien getrennt und für teures Geld durch die halbe Republik geschickt, um ihre Kollegen an der deutsch-österreichischen Grenze und am internationalen Großflughafen in Frankfurt/Main zu unterstützen. Die DPolG Bundespolizeigewerkschaft übt daran deutliche Kritik.

„Es gleicht schon einem Stück aus dem Tollhaus, wenn für die nächsten 14 Tage zur Verstärkung am Flughafen Frankfurt tageweise für einzelne Dienstschichten 12 Kollegen ausgerechnet aus Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern in Marsch gesetzt werden sollen“, so Bundesvorsitzender Ernst G. Walter. „Mit sozialverträglichen Lösungen und der Vereinbarkeit von Familie und Beruf hat das alles nichts mehr zu tun!“, so Walter weiter.

In ihren Grundfesten erschüttert ist inzwischen vor allem die Bundesbereitschaftspolizei. Die wird ihrem Namen nach Auffassung der DPolG bereits seit Monaten nicht mehr gerecht, da sie mit Masse für humanitäre und administrative Aufgaben an der Südgrenze gebunden ist. „Unsere Kolleginnen und Kollegen kommen gar nicht mehr aus den Stiefeln, weil sie zwischen den Unterstützungseinsätzen an der Grenze auch noch für Fußballeinsätze und gewalttätige Auseinandersetzungen bei Demonstrationen herangezogen werden“, beschwert sich der Gewerkschaftschef. „Wir fordern bereits seit Anfang des Jahres, zur Entlastung und Unterstützung der voll ausgebildeten Polizeikräfte zusätzliche Tarifbeschäftigte in der Bundepolizei einzustellen, aber das Bundesinnenministerium lässt täglich lieber weiterhin hunderte von Bundespolizisten für teils polizeifremde Aufgaben abordnen, statt sich um kurzfristig entlastende Alternativen für die administrativen Tätigkeiten zu kümmern.“

In den Heimatdienststellen der Bundespolizisten kocht man derweil nur noch auf Sparflamme. Man zieht sich aus der Fläche zurück, denn viele Bundespolizeireviere an mittelgroßen Bahnhöfen werden nur noch stundenweise besetzt. Walter sagt: „Die zugesagten 3000 neuen Stellen sind toll, bringen uns momentan aber leider keinen Schrittweiter, denn wir müssen die Kollegen erst noch lange ausbilden, und das natürlich mit eigenem Personal!“