Justizministerium setzt sich für familienfreundlicheren Justizvollzug ein

4. Dezember 2015 | Themenbereich: Justiz, Sachsen | Drucken

Heute hat das Sächsische Staatsministerium der Justiz in der Evangelischen Hochschule für Soziale Arbeit in Dresden eine Fachtagung „Kinder inhaftierter Eltern – unschuldig mitbestraft“ ausgerichtet. Ziel der Tagung ist es, Verständnis für die Situation der betroffenen Kinder und Familien zu wecken und gemeinsam mit allen für das Kindeswohl mitverantwortlichen Institutionen und Personen den Justizvollzug möglichst familienfreundlich auszugestalten.

Justizstaatssekretärin Andrea Franke: „Auch während einer Inhaftierung können Eltern in ihrer pädagogischen Kompetenz gestärkt und förderliche familiäre Bindungen aufrechterhalten werden. Die Inhaftierung eines Elternteils zieht aber unweigerlich eine hohe Belastung und das Risiko einer Gefährdung der Kinder nach sich. Kinder reagieren sehr sensibel auf die Inhaftierung eines Elternteils. Es ist wichtig, ihnen mit Verständnis zu begegnen und den Familienzusammenhalt zu unterstützen.“

Von den derzeit ca. 3.500 im sächsischen Justizvollzug Untergebrachten hat rund ein Drittel Kinder. Seit dem Jahr 2013 entwickelt eine Landesarbeitsgruppe die familienorientierten Angebote im sächsischen Justizvollzug weiter.

Die Familien von Inhaftierten werden auch jetzt schon durch zahlreiche Projekte und Maßnahmen unterstützt. So sind ehe- und familienfreundliche Besuchsbereiche eingerichtet. Es werden regelmäßig Vater-Kind-Tage, Puppentheaterspiele, Familienbesuchstage aber auch Advents- oder Bastelnachmittage durchgeführt. In jeder sächsischen Justizvollzugsanstalt gibt es einen Bediensteten als Ansprechpartner für Familiengehörige. Bedienstete können sich zum Elternkursleiter ausbilden lassen, um Gefangenen qualifizierte Hilfestellung bei der Wahrnehmung ihrer Elternrolle zu geben.