Erfahrungsaustausch zu den Herausforderungen der Flüchtlingssituation

27. November 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Nordrhein Westfalen | Drucken

Die Deutsche Hochschule der Polizei in Münster als Hochschule mit universitärem Status war am 24. und 25.11.2015 Plattform eines umfassenden Erfahrungsaustausches zu den Herausforderungen der aktuellen Flüchtlingssituation. Der Dialog und die Diskussion polizeilicher Führungskräfte über das komplexe Phänomen entsprechen dem Profil der Hochschule, die sich als Forum versteht, um polizeilichen Führungskräften den Austausch über aktuelle Fragen aus polizeilicher und interdisziplinärer Perspektive zu ermöglichen. Angesichts der Komplexität des Themas fokussierten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf die Themen Sicherheit, Gesundheit und Forschung. Ziel der Veranstaltung war es, die neuen Erfordernisse eines kooperativen und vernetzten Vorgehens aller Akteure zu identifizieren und von erfolgreichen und erprobten Modellen zu lernen.

Angesichts der Dynamik und Aktualität des Themas lagen zwischen der Idee, eine solche Veranstaltung anzubieten und deren Durchführung nur knapp sechs Wochen. Angesichts des hohen Bedarfs an Austausch gab es aus Sicht von Prof. Hans-Jürgen Lange, Präsident der DHPol, keine Alternative zu dieser Veranstaltung zum jetzigen Zeitpunkt, wenn die DHPol ihrer Rolle als Plattform für den Austausch zwischen Polizei und Wissenschaft gerecht werden will.

Gemeinsam mit Martina Link, Leiterin des Kriminalistischen Instituts im Bundeskriminalamt, konnte Prof. Lange 150 polizeiliche Führungskräfte aus ganz Deutschland in der Aula der Hochschule begrüßen, die in vier Foren zu den Themen Koordinierung und Vernetzung, Forschungsperspektiven, Unterbringung und Sicherheit engagiert diskutierten.

Gefragt waren keine Patentrezepte, sondern tragfähige und erprobte Beispiele. Den Herausforderungen, die durch die gestiegene Zahl von Asylsuchenden zu bewältigen sind, hat sich nicht nur die Polizei zu stellen, sie betreffen auch zahlreiche Bereiche der öffentlichen Verwaltung, die Hilfsorganisationen sowie ihre ehrenamtlichen Helfer. Vernetzung und Kooperation sind geboten und erfordern besondere Kompetenzen, um über den Tellerrand der eigenen Organisation hinauszublicken und sich mit einer Vielzahl von Akteuren zu vernetzen.

Am Ende der beiden Tage zog Prof. Lange eine positive Bilanz: „Die Anstrengung, eine solche Veranstaltung in so kurzer Zeit zu organisieren, hat sich gelohnt, da nicht nur Informationen ausgetauscht wurden, sondern auch Kontakte geknüpft werden konnten, um auch zukünftig auf schon erprobte Lösungen anderer zurückgreifen zu können“, so der Präsident. Für die DHPol als Hochschule mit universitärem Status haben sich darüber hinaus Impulse auf aktuelle Forschungsfragen ergeben, die die Hochschule nun in ihre weitere Planung mit aufnehmen kann.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer waren sich einig, dass mit dieser Veranstaltung erst der Einstieg in die Thematik erfolgt ist. Im kommenden Jahr wird das Thema – auch in Fortbildungsveranstaltungen der Hochschule – erneut aufgegriffen werden. Der Anfang dazu ist gemacht.