Baustelle Kriminalpolizei Niedersachsen

20. November 2015 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

 

Aus der Serie: wo bleibt Niedersachsen? Der stellv. Landesvorsitzende des BDK Niedersachsen, Christian Mehner, vertrat den BDK am 19.11.2015 an einer Anhörung im Ausschuss für Inneres und Sport im Niedersächsischen Landtag zum Thema: „Einbruchkriminalität effektiv bekämpfen – Beute zurückgeben“ (Anfrage der FDP).

In seiner Stellungnahme ging Christian Mehner auf die sich dramatisch abzeichnenden Veränderungen in der Altersstruktur der Kriminalpolizei ein. Ein Altersdurchschnitt in den Zentralen Kriminaldiensten und auch in den Kriminalermittlungsdiensten von deutlich über 50 Jahren sind ein dramatisches Signal. Ein Direkteinstieg findet in Niedersachsen nicht statt. Dies habe auch zur Folge, dass interessierte junge Menschen den Weg in die niedersächsische Polizei nicht mehr suchen und in andere Bundesländer abwandern, die noch den Direktzugang zur Kripo haben. Zudem habe die neue Landesregierung die Lage, durch das „Verbot der Direktversetzungen von der Polizeiakademie in die „ermittelnden Bereiche“ noch verschärft.

Viele Interessenten wollen eben nicht erst nach 20 oder 25 Jahren Einsatz- und Streifentätigkeit zur Kripo wechseln. Insofern sei dem Exodus der niedersächsischen Kriminalpolizei durch die sofortige Direkteinstellung von sogenannten „K-Studiengängen“ zu begegnen.

Neben anderen Fachthemen, wie DNA, internationaler Zusammenarbeit und Spezialisierungen in der Polizei warb Christian Mehner eindringlich bei den Abgeordneten, die Attraktivität des Polizeiberufes generell zu erhöhen.
Der Polizeiberuf sei wahrscheinlich in Zukunft nicht mehr die beliebte Alternative für junge Menschen. Insbesondere aufgrund der relativ hohen Anforderungen der Niedersächsischen Polizei mit den kümmerlichen Folgen bezüglich der Besoldung und der Veränderungsmöglichkeiten. Junge Menschen werden es sich künftig daher überlegen, ob sie zur Polizei kommen, da dort Wartezeiten zur ersten Beförderung nach A 10 (Oberkommissar/ -in) von mittlerweile nahezu 15 Jahren bestehen mit steigender Tendenz.

Es muss geregelt sein, dass zumindest jeder Polizei(Kriminal-)beamte und jede Polizei(Kriminal-) beamtin im Laufe ihrer Lebensarbeitszeit nach A 11 (Hauptkommissar) befördert werden kann. Da sind wir mittlerweile weit von entfernt und insofern kann man auch nicht von einer „Attraktivität des Polizeiberufes“ sprechen. Nicht umsonst ergeben sich gerade massive Probleme, geeignete Anwärter zu finden und einzustellen!

Der BDK vermisst hier neue Konzeptionen und ein Anwerbeprogramm.
Der BDK bleibt hier am Ball.