Positives Arbeitsklima und sichere Arbeitsplätze als Motivationsfaktoren

9. November 2015 | Themenbereich: Niedersachsen, Polizei | Drucken

In Niedersachsen hat es in diesem Jahr erstmals eine flächendeckende, freiwillige Befragung aller Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Polizei gegeben. Eine so weitreichende Befragung aller Polizeibeschäftigten eines Bundeslandes hat es bisher in Deutschland noch nicht gegeben, das Land Niedersachsen hat damit Neuland betreten. Der Niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris Pistorius, hat die ersten Ergebnisse heute bei der Führungskräftetagung in Hannover vorgestellt. Insgesamt haben annähernd 12.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an der Befragung teilgenommen und Fragen rund um das Thema Arbeitswelt in der Polizei beantwortet, das sind rund 53 Prozent aller Angehörigen. Die Befragung ist ein weiterer Baustein der von Minister Pistorius gestarteten „Strategie 2020“ der Polizei in Niedersachsen.

Erste Erkenntnisse der Auswertung:

  •  Die Sicherheit des Arbeitsplatzes (90 %) und die Möglichkeit, auf die Gestaltung der Arbeitszeit Einfluss zu nehmen (80 %), sind zentrale Faktoren der Arbeitszufriedenheit. Der „sichere Arbeitsplatz“, die „abwechslungsreiche Tätigkeit“ und „Teamarbeit“ werden als positiv herausgestellt.
  • Die ganz überwiegende Mehrheit bescheinigt der Polizei Niedersachsen ein positives Arbeitsklima. Auffallend gut wird das Teamklima bewertet.
  • Wer in der Polizei Niedersachsen arbeitet, hat einen Arbeitgeber, bei dem die Vereinbarkeit von Beruf und Familie für die meisten gut möglich ist.
  • 2/3 der Befragten würde sich wieder für den Polizeiberuf entscheiden. Kritisch gese-hen wird die Personalsituation der Polizei: 2/3 der Befragten bezeichnen die Perso-naldecke als nicht ausreichend und sehen hier Verbesserungsbedarf
  • Gefragt nach den alltäglichen Arbeitsbelastungen fühlen sich nahezu 60% der Befragten „genau richtig“ gefordert. Von tendenzieller oder temporärer Über- oder auch Unterforderung sprechen 40%. Insgesamt ist die Belastungssituation jedoch nicht im kritischen Bereich.
  • Die Vorgesetzten werden von ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern insgesamt positiv bewertet. Ihnen wird bescheinigt, dass sie notwendige Handlungsspielräume geben, verlässlich sind und ausgewogene Entscheidungen treffen. Sie genießen das Vertrauen ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und sind für diese leicht ansprechbar.

Minister Pistorius: „Bei dieser Befragung ging es vor allem darum, einen ungeschminkten Blick in die Polizei werfen zu können. Wir wollten unterschiedliche Sichtweisen und vor allem die ehrliche Meinung möglichst vieler Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Alle Ergebnisse werden jetzt genauestens ausgewertet, sie werden ein weiterer wichtiger Baustein für die Weiterentwicklung der Polizei in Niedersachsen sein. Mein Dank gilt den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die sich die Zeit genommen haben, offen und ehrlich ihre Sichtweise einzubringen. Dass sich über die Hälfte von ihnen beteiligt haben, spricht für das hervorragende Klima innerhalb der niedersächsischen Polizei. Genau so offen und ehrlich werden wir die ausgewerteten Ergebnisse darlegen und den gemeinsamen Dialog auf allen Ebenen fortsetzen.“

Bis zum Jahresende sollen die umfassenden Datenbestände für die Behördenebene ausgewertet werden. Bereits jetzt kristallisieren sich aus der zusammenfassenden Betrachtung der Ergebnisse erste Themen- und Handlungsfelder heraus, die für die weitere Diskussion und inhaltliche Arbeit von Bedeutung sein werden. Dies sind die Reduzierung von Belastungen, die Organisationsentwicklung und -kultur sowie die Personalstruktur und -entwicklung. Minister Pistorius betonte mit Blick auf die kritisch bewertete Belastungssituation: „Wir lassen unsere Polizistinnen und Polizisten mit den Belastungen nicht alleine. Einen wichtigen Schritt haben wir mit den im 2. Nachtragshaushalt zusätzlich bereit gestellten Mitteln für eine dauerhafte Personalverstärkung und die Vergütung von Mehrarbeitsstunden getan. Und auch ganz aktuell im Haushaltsplanentwurf für 2016 sind zusätzliche Stellen für Polizeianwärterinnen und -anwärter vorgesehen.“

 

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.