Zwei Hochrisikospiele an einem Wochenende sind verantwortungslos

6. November 2015 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Aufgrund der Vorkommnisse des letzten Fußballwochenendes befürchtet die Gewerkschaft der Polizei (GdP), dass es auch an diesem Wochenende in NRW zu Auseinandersetzungen zwischen untereinander verfeindeten Fangruppen kommt. „Dass die DFL mit den Begegnungen Leverkusen gegen Köln und BVB gegen Schalke an einem Wochenende gleich zwei Hochrisiko-Spiele in NRW ansetzt, ist unverantwortlich und zeigt wieder einmal, dass die polizeilichen Einsatzbelastungen bei der Vorplanung keine Rolle spielen.“, sagte der nordrhein-westfälische GdP-Vorsitzende Arnold Plickert.
Verantwortlich für die angespannte Situation am kommenden Wochenende sind zwei Faktoren, die sich gegenseitig verstärken: Zum einen stehen weniger Bundespolizisten zur Verfügung, da diese massiv in der Erstaufnahme an den Landesgrenzen in Bayern eingesetzt sind und zu befürchten ist, dass die Sicherheitsaufgaben auf den Reisewegen sowie in den Bahnhöfen auch noch durch die Landespolizei wahrgenommen werden müssen. Zum anderen ist es am letzten Wochenende zu massiven Übergriffen der verfeindeten Fangruppen von Rot-Weiß Essen, Alemania Aachen, Holstein Kiel, Borussia Dortmund und Schalke 04 gekommen. Alleine bei den Auseinandersetzungen in Osnabrück wurden 14 niedersächsische Polizisten/Innen verletzt.

„Ähnliche Auseinandersetzungen sind auch an diesem Wochenende zu befürchten“, sagte Plickert.

Ausdrücklich begrüßt die GdP das Sicherheitskonzept der Polizei in Dortmund vor dem Revierderby. Das letzte Wochenende hat wieder einmal gezeigt, dass es rund um den Fußball unbelehrbare Straftäter gibt. Gegen diese ist konsequent vorzugehen. Die von der Polizei Dortmund vorgeschlagenen Maßnahmen wie Meldeauflagen, Bereichsbetretungsverbote, Gästekartenkontingentierung sowie ein personalisiertes Ticketing wären geeignet gewesen, gewaltbereite Straftäter von den Stadien fernzuhalten. „Dies hat sich schon für Wochen beim Spiel Köln gegen Gladbach bewährt. Diesen Weg müssen wir konsequent weiter verfolgen“, forderte der GdP Vorsitzende. „Wer nicht anreisen darf, kann auch keinen Ärger machen. Dass sich die beiden Ruhrgebietsvereine und der DFB diesem Sicherheitskonzept nicht anschließen wollten, ist aus Sicht der GdP bedauerlich“, so Plickert.