Polizeikooperation in Hauptstadtregion hat sich bewährt

30. Oktober 2015 | Themenbereich: Brandenburg, Polizei | Drucken

Die Arbeit der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg (GEG) hat sich nach Auffassung von Berlins Innensenator Frank Henkel und Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter außerordentlich bewährt. Das gemeinsame Projekt der Polizeien beider Länder war im Jahr 2005 durch eine Vereinbarung der Berliner Senatsinnenverwaltung und des Brandenburger Innenministeriums eingerichtet worden. Die Ermittlungsgruppe hat die Aufgabe, herausragende Straftaten im Bereich der Eigentumskriminalität zu bearbeiten, soweit diese länderübergreifend und bandenmäßig begangen werden.

Die GEG hat ihren Sitz in Potsdam, ist organisatorisch dem Landeskriminalamt Brandenburg zugeordnet und besteht derzeit aus 18 Polizeibeamten; jeweils neun aus Berlin und Brandenburg. Henkel und Schröter informierten sich heute in Potsdam über die Arbeit der Ermittlungsgruppe aus Anlass ihres 10-jährigen Bestehens.

Henkel: „Kriminalität macht keinen Halt vor Landesgrenzen“

„Kriminalität macht keinen Halt vor Landesgrenzen, daher darf auch die Verbrechensbekämpfung nicht dort enden“, sagte Innensenator Henkel im Anschluss an den Informationsbesuch. „Aus diesem Grund wurde die gemeinsame Ermittlungsgruppe Berlin-Brandenburg gegründet und ist in den zehn Jahren ihres Bestehens zu einer gut funktionierenden Einheit gewachsen. Wie ein eindrucksvolles Beispiel aus dem Oktober zeigt, werden kriminelle Banden mit Hilfe dieses Netzwerks effektiver bekämpft.“

„Berlin und Brandenburg bilden heute weitgehend einen einheitlichen kriminalgeografischen Raum. Dies gilt in Brandenburg in besonderer Weise für das einwohnerstarke Berliner Umland“, ergänzte Innenminister Karl-Heinz Schröter. „Kriminelle kümmern sich nicht um Landes- und Zuständigkeitsgrenzen. Dieser Tatsache müssen wir mit einer konsequenten Zusammenarbeit der Polizei über Landesgrenzen hinweg Rechnung tragen. Die Gemeinsame Ermittlungsgruppe ist hierfür ein besonders gutes und auch erfolgreiches Beispiel.“

Ressourcen beider Länder bündeln gegen Wohnungseinbrüche

Die Bekämpfung von bandenmäßig begangener Kriminalität ist im aller Regel besonders zeit- und personalintensiv. Die umfassende Nutzung der Ressourcen der Polizeien beider Bundesländer im Rahmen der Arbeit der Gemeinsamen Ermittlungsgruppe ist daher für die erfolgreiche Führung der Ermittlungen von großem Vorteil.

Von 2005 bis 2014 wurden durch die Ermittler der GEG insgesamt 2.744 Fälle der banden- und gewerbsmäßigen Eigentumskriminalität bearbeitet. Dabei konnten gegen 159 ermittelte Tatverdächtige Haftbefehle erwirkt werden. Im laufenden Jahr wurden bislang 270 entsprechende Straftaten bearbeitet, die länderübergreifend begangen wurden. 26 Tatverdächtige wurden in diesem Zusammenhang (vorläufig) festgenommen. Schwerpunkte der Arbeit der Polizisten bilden vor allem die Aufklärung von Wohnungs- und Hauseinbrüchen in Berlin und dem Berliner Umland, Einbrüche in Gewerbebetriebe oder auch Angriffe auf Geldautomaten in der Hauptstadtregion. Rund 45 Prozent aller Einbruchdiebstähle in Land Brandenburg werden im engeren Verflechtungsraum rund um Berlin begangen.

Wegen der anhaltenden Herausforderungen wurde die GEG im Jahr 2014 durch jeweils zwei zusätzliche Beamte aus beiden Ländern personell verstärkt. Derzeit wird die Ermittlungsgruppe durch einen Polizeibeamten des Landes Berlin geleitet, sein Stellvertreter kommt aus Brandenburg. Die besondere Arbeitsweise der Gruppe ermöglicht täter- statt tatorientierte Ermittlungen. So ist es besser möglich, Beziehungen und Verflechtungen zwischen Tatverdächtigen aufzudecken und auch im Fall von professionell betriebener Bandenkriminalität zu Ermittlungserfolgen zu kommen.