Der Mohr hat seine Schuldigkeit getan – er kann gehen

29. Oktober 2015 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Außergewöhnliche Situationen erfordern außergewöhnliche Maßnahmen. Die aktuelle Flüchtlingsproblematik ist sicherlich eine solche außergewöhnliche Situation.Tatsächlich werden lange geforderte personelle Zusagen gemacht. Insbesondere der Verwaltungsbereich soll gestärkt werden. Damit Vollzugsbeamtinnen und -beamte von Verwaltungsaufgaben entlastet und im hoheitlichen Bereich eingesetzt werden können.

Ein guter Plan?

Wenn die Situation der Verwaltungskräfte betrachtet wird – ja ! Angemessen dotierte Stellenzuweisungen. Entwicklungschancen für jahrelang unterdrückte Karrierewünsche.

Und der Preis?

Neue Stellen gibt es nur, wenn Vollzugsbeamtinnen und -beamte ihre Stellen räumen. Stellen, die sie seinerzeit übernommen haben, weil entsprechendes Personal fehlte. Fleiß und Engagement waren nötig, um der Aufgabe gerecht zu werden, damit Aufgaben mit hoher Qualität und Zuverlässigkeit erledigt werden können. Und damit das System funktioniert.

Das spielt jetzt alles keine Rolle mehr!

Behörden suchen rigoros nach Möglichkeiten, dem Ministerium Vorschläge zu machen, wo Vollzugspersonal „entsorgt“ und freiwerdende Stellen für eine Neubesetzung vorgeschlagen werden können.

Transparenz – Klare nachvollziehbare Konzepte und Gründe? Fehlanzeige!

Die dort eingesetzten Kolleginnen und Kollegen werden vor die Tür gesetzt. Wir wissen von Fällen, wo den Betroffenen ohne die geringste Rücksprache die neue Situation und die wahrscheinliche neue Verwendung mitgeteilt wird. Keine Gründe, keine Diskussionen. Und keine Gnade. Neue dienstliche Aufgaben, die niemals zuvor oder nur vor vielen Jahren ausgeübt wurden.

Wer zuerst kommt, mahlt zuerst !

Strategie 2020 / Arbeitswelt und Gesundheitsmanagement. Sie werden spätestens jetzt als Worthülsen entlarvt. Kolleginnen und Kollegen sind VZE – nichts weiter. Man kann mit ihnen machen, was man will! Denn Widerspruch gibt es nicht. Zu deutlich ist der Druck verschlechterter Karrierechancen.

Trotz besonderer Situationen – trotz notwendiger Maßnahmen

Die Kolleginnen und Kollegen verdienen Wertschätzung und Anerkennung für ihre Arbeit. Und für ihre persönliche Situation.

Der Mensch steht im Mittelpunkt