Gefahr auf Schießständen jahrelang vertuscht?

16. Oktober 2015 | Themenbereich: Berlin, Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Wurden Gesundheitsschäden durch bewussten Vorschriftenbruch in Kauf genommen? Es geht hier um weit mehr, als die kürzlich festgestellte Gefahr durch umherfliegende Fasern. Der BDK ist Hinweisen von Schießausbildern nachgegangen.

Sowohl in der Schießstätte Bernauer Str., wie auch im Gebäude des LKA wurden offensichtlich Vorschriften nicht eingehalten, die für einen sicheren Schießbetrieb erforderlich sind. Mitarbeiter des SEK, des MEK und anderer Spezialdienststellen, wie auch die Schießausbilder wurden in der Anlage Bernauer Str. jahrelang giftigen Pulverdämpfen ausgesetzt, weil die Schießbahnen für 50 m Distanzschießen ausgelegt waren aber nicht für 25 m.

So waren die Absauganlagen ebenso wenig geeignet, die giftigen Pulverdämpfe abzusaugen, wie für die nicht zulässige hohe Anzahl an abgegebenen Schüssen und den daraus entstehenden Pulverdämpfen!

In der Raumschießanlage des LKA wurden offensichtlich die vorgeschriebenen Reinigungsintervalle nicht eingehalten und die Absauganlage selbst entsprach seit dem Einbau vor knapp 20 Jahren nicht den Anforderungen. Abhilfe wurde dazu nicht geschaffen. Erst als die mögliche Gefährdung durch die Mineralfasern bekannt wurde, erfolgte konsequenter Weise die Schließung der Anlagen.

Dass man uns oft im Regen stehen lässt, ist nicht neu, aber dass man uns im giftigen Pulverdampf arbeiten lässt, grenzt schon an einen Skandal!

„Wenn es sich bewahrheitet, dass bewusst über Jahre Vorschriften auf Schießständen missachtet wurden und die auffälligen Krebserkrankungen der betroffenen Kolleginnen und Kollegen damit im Zusammenhang stehen, dann sind hier strafrechtliche Konsequenzen in Betracht zu ziehen!“ sagt der Landesvorsitzende Michael Böhl.

Der BDK fordert die rückhaltlose Aufklärung, inwieweit hier Verstöße gegen Vorschriften zum Betreiben von Schießstätten missachtet und Personen geschädigt wurden ebenso wie eine unabhängige wissenschaftliche Untersuchung zur Feststellung der gesundheitlichen Auswirkungen für auf den Schießständen tätige Personen.

Ihre Meinung ist uns wichtig,
kommentieren Sie diesen Artikel!

Jedoch, auf Cop2Cop gilt die Netiquette als Leitfaden für die Kommunikation. Alle Beiträge werden von Administratoren geprüft und freigeschaltet. Beiträge, die persönliche Beleidigungen, Diffamierungen, rechtswidrige Texte oder Werbung beinhalten, werden ebenso unkommentiert entfernt, wie Off-Topic-Beiträge und SPAM. Zeilen und Absätze brechen automatisch um. Die E-Mail Adresse dient internen Zwecken und wird nie angezeigt.