Appell an Bundespolitik – wir wollen keine Polizisten zweiter Klasse!

9. Oktober 2015 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

„Wir appellieren eindringlich an Kanzleramtsminister Altmeier, Bundesinnenminister de Mazière und die maßgeblichen Innenpolitiker im Deutschen Bundestag, nicht den unreflektierten Forderungen der GdP nach einer pauschalen Verkürzung der Ausbildung von Polizeivollzugsbeamten zu folgen“, so der Bundesvorsitzende der DPolG Bundespolizeigewerkschaft Ernst G. Walter.

Um die Bundespolizei wirkungsvoll kurz- und mittelfristig zu entlasten und zu verstärken, gibt es nach Überzeugung der DPolG Bundespolizeigewerkschaft wahrlich intelligentere Lösungen,
als die Bundespolizisten durch Absenkung der Einstellungsvoraussetzungen und Abstriche bei der Ausbildung im Konzert der Deutschen Polizeien in unverantwortlicher Weise zu Polizisten zweiter Klasse zu machen.

Als mittelfristige Lösung könnte man die 30-monatige Ausbildung der Polizeibeamten des mittleren Dienstes dagegen neu strukturieren, damit die Polizeianwärter bereits nach dem ersten Ausbildungsjahr
in der Bundesbereitschaftspolizei im Rahmen eines OJT-Jahres (Training on the job) auch für Einsätze zur Verfügung stehen. Nach diesem zweiten Dienstjahr und den dabei gesammelten praktischen Erfahrungen würden sich dann weitere 6 Monate Lehrgang mit Abschlussprüfung anschließen. Damit bliebe die 30-monatige Ausbildung erhalten.

Für die kurzfristige Entlastung der Bundespolizei in der anhaltenden Migrationslage sollten, wie von der DPolG bereits seit Beginn des Jahres gefordert, jetzt umgehend zusätzliche Tarifbeschäftigte eingestellt werden, die sehr rasch für unterstützende Tätigkeiten unter Aufsicht von gut ausgebildeten Polizeibeamten eingesetzt werden können