26. Kongress der Deutschen Vereinigung für Politische Wissenschaft (DVPW)

2. Oktober 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der diesjährige Kongress der DVPW fand unter dem Titel „Vorsicht Sicherheit! Legitimationsprobleme der Ordnung von Freiheit“ vom 21 – 15.09.2015 an der Universität Duisburg-Essen statt. Im Rahmen des DVPW-Kongresses behandelte der interdisziplinäre Arbeitskreis Innere Sicherheit / Politikfeldanalyse Innere Sicherheit (AKIS) das Thema „Sicherheitsproduktion zwischen Staat, Markt und Zivilgesellschaft“ unter der Leitung von Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange (Deutsche Hochschule der Polizei, DHPol), Dr. Michaela Wendekamm (DHPol) und Prof. Dr. Bernhard Frevel (Fachhochschule für öffentliche Verwaltung, FHöV NRW).

In zwei Themenblöcken wurde Fragen der Sicherheitsarbeit und deren Legitimation nachgegangen. Die Referentin und die Referenten des ersten Themenblocks am 24.09.2015 legten den Schwerpunkt auf die operativen Akteure der Sicherheitsarbeit. Raphael Bossong (Europa Universität Viandrina, Frankfurt/ Oder) stellte in seinem Vortrag die Einbindung und Vernetzung der Sicherheitsakteure in den Mittelpunkt. Im Anschluss daran referierte Nathalie Hirschmann (Fachhochschule Polizei Brandenburg) über den Wettbewerb um Zuständigkeitsbereiche im System der Inneren Sicherheit. Dabei legte sie den Fokus insbesondere auf staatliche und privatwirtschaftliche Akteure.

Zum Abschluss des Themenblocks nahm Dr. Christoph Busch (Ministerium für Inneres und Kommunales NRW) eine kritische Reflexion über die demokratietheoretische Legitimität des Hacking und Leaking von Daten rechtsextremistischer Organisationen vor. Im Themenblock am 25.09.2015 standen Fragen von Steuerung und Legitimation im Zentrum der Vorträge und der Diskussion. Neben der Besprechung von Widerstandlagen als Testfall für die Legitimität von polizeilichen Maßnahmen durch Prof. Dr. Stefanie Tränkle (Hochschule für Polizei Baden-Württemberg), beschäftigte sich Jens Lanfer (Universität Duisburg-Essen) in seinem Beitrag mit der Entwicklung eines neuen Aufgabenfeldes „Cybersicherheit“ im Politikfeld der Inneren Sicherheit. Das Thema Urbane Sicherheit wurde durch Peter Bescherer (Universität Tübingen) und Priv. Doz. Dr. Dietmar Wetzel (Universität Tübingen) aufgegriffen, die erste Ergebnisse ihres Forschungsprojekts zu Aspekten einer gerechten Verteilung von Sicherheit in der Stadt (VERSS) vorstellen konnten. Dr. Andreas Pudlat (Universität Hildesheim) setzte sich abschließend in seinem Vortrag kritisch mit der polizeilichen Selbstverortung und Legitimation am Beispiel der Öffentlichkeitsarbeit auseinander.

Der Präsident der Deutschen Hochschule der Polizei, Univ.-Prof. Dr. Hans-Jürgen Lange, wurde in seinem Amt als Sprecher des AKIS für weitere drei Jahre bestätigt. Der Politikwissenschaftler und Sicherheitsforscher hatte den Arbeitskreis in den 90er Jahren initiiert. Seitdem hat der AKIS 30 Tagungen durchgeführt und in der Schriftenreihe „Studien zur Inneren Sicherheit“ im Springer VS Verlag insgesamt 21 Themenbände zu Fragen zur Polizei- und Sicherheitsforschung veröffentlicht.