Justizministerin eröffnet bundesweite Fachtagung für Justizvollzug

28. September 2015 | Themenbereich: Niedersachsen, Strafvollzug | Drucken

Die Niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz hat heute vor rund 160 Teilnehmerinnen und Teilnehmer die größte bundesweite Fachtagung im Bereich Justizvollzug in der Katholischen Akademie Stapelfeld in Cloppenburg eröffnet. Unter dem Motto „Weichen gestellt für den Justizvollzug?“ diskutieren Experten aus Vollzugspraxis, Politik, Wissenschaft, Kriminologie, Polizei, Strafrechtspflege, Medizin und Medien aus allen Bundesländern drei Tage lang über Herausforderungen und Strategien für den Justizvollzug von morgen.

Die aktuellen Themen der Tagung reichen von Radikalisierung, Umgang mit Salafismus über Gewalt hinter Gittern bis hin zu der Herausforderung, dass immer mehr Straftäter psychisch krank sind. Auch die Entwicklungen des Vollzuges im Ausland und die Wirksamkeit und Nachhaltigkeit von vollzuglichen Maßnahmen stehen auf der Tagesordnung.

„Ich bin stolz darauf, dass der niedersächsische Justizvollzug mit dieser Fachtagung seit mehr als 30 Jahren Impulsgeber für die Weiterentwicklung des Strafvollzuges in ganz Deutschland ist. Hier werden die Fragen der Zukunft gestellt, Strategien entwickelt und dabei bewusst hinter die Landesgrenzen geschaut“, erklärte die niedersächsische Justizministerin Antje Niewisch-Lennartz in Cloppenburg. „Wir belassen es aber nicht bei Ankündigungen. Wir setzen die Ideen auch erfolgreich um. Manches Bundesland schaut mit großem Respekt auf das, was wir in Niedersachsen in unseren Justizvollzugsanstalten leisten. Damit setzen wir Maßstäbe für den Umgang mit Inhaftierten. Auch bei den Herausforderungen der Zukunft wird Niedersachsen eine Führungsrolle einnehmen.“

Die Ministerin sprach auch die Frage an, ob die Gesellschaft angemessenen mit den Opfern von Straftaten umgeht. Sie kündigte an, die Situation der Opfer in Justiz und Vollzug künftig noch mehr in den Blick zu nehmen. „Die Orientierung an den Bedürfnissen der Opfer benötigt innerhalb der Justiz eine breitere Basis. Opferhilfe und Resozialisierung der Täter dürfen nicht mehr isoliert betrachtet werden. Trotz der wachsenden Bedeutung des Täter-Opfer-Ausgleichs im Strafverfahren gibt es in Deutschland im Bereich des Strafvollzuges bisher nur wenig Erfahrung damit. Wir werden im niedersächsischen Vollzug die Opferorientierung als zentrales Thema etablieren.“

Hintergrund

Das Niedersächsische Justizministerium veranstaltet in Kooperation mit der Katholischen Akademie Stapelfeld in Cloppenburg seit mehr als 30 Jahren Fachtagungen zum Thema Justizvollzug.

Im November 2008 fand die letzte Veranstaltung mit dem Titel „Wohin fährt der Justzizvoll-Zug?-Strategien für den Justizvollzug von morgen“ statt.

Mit der Überschrift „Weichen gestellt für den Justizvollzug“ setzt die aktuelle 14. Tagung in Stapelfeld thematisch und inhaltlich die Diskussion zu zukunftsweisenden Entwicklungen im Strafvollzug fort.