Polizisten findet man über Auswahlverfahren und nicht übers Schulzeugnis

22. September 2015 | Themenbereich: Mecklenburg-Vorp., Polizei | Drucken

Unter dem Titel „Masse statt Klasse? Land senkt Standards bei Polizeiausbildung“ versuchte am Wochenende der Nordkurier zu suggerieren, dass die Messlatte, um in unserem Land Polizistin oder Polizist zu werden, gesenkt werde und dadurch im Ergebnis die Qualität der Ausbildung schlechter werden würde. Diese Schlussfolgerung ist falsch und durch Nichts zu belegen.

Das Land senkt keinesfalls Standards bei der Polizeiausbildung. Wenngleich der Numerus Clausus (NC) ausgesetzt wurde, so ermöglichen die Standards des Auswahlverfahrens die maßgebende Überprüfung der Eignung für den Beruf. Alle Polizeianwärter haben also ein strenges Auswahlverfahren zu durchlaufen. Neben einem anspruchsvollen Deutschtest und umfangreichem Allgemeinwissen werden unter anderem auch die soziale Kompetenz und das logische Denkvermögen getestet. Dazu kommt ein Sporttest sowie die ärztliche Untersuchung.

„Jeder Beruf stellt bestimmte Anforderungen an die Person, die diese Ausbildung erfolgreich absolvieren und den Beruf ausüben will. So werden an einen Polizisten beispielsweise ganz besondere körperliche, geistige und persönliche Anforderungen gestellt“, so Innenminister Lorenz Caffier. „Da ist es nur einleuchtend, dass ausschließlich eine berufsspezifische Eignungsuntersuchung feststellen kann, ob Bewerber über gute Voraussetzungen verfügen, den Anforderungen des Berufes gewachsen zu sein oder eben nicht. Das Auswahlverfahren der Landespolizei liefert dafür eine bessere Beurteilung über Eignung und Befähigung für das spezielle Berufsbild eines Polizeibeamten, als die Schulabschlussnote in Biologie, Chemie oder Musik des letzten Zeugnisses.“

Im Jahr 2014 sind von 1474 Bewerberinnen und Bewerbern 887 zugelassen worden. Von diesen erschienen nur 647 in Güstrow zum Testverfahren. Die Ergebnisse der Auswahlverfahren des Jahres zeichnen ein deutliches Bild. Denn schon beim Deutsch-Test rasselte fast jeder dritte Bewerber durch. Nur rund jeder zehnte Bewerber wurde überhaupt zur Ausbildung zugelassen.

„Wir wollen nur die Besten für den Polizeiberuf“, so Innenminister Lorenz Caffier. „Es geht also nicht nur darum zu bestehen, sondern um ein überdurchschnittliches Testergebnis, um auf der Rankingliste der wenigen zur Verfügung stehenden Planstellen zu landen. Die Tests einfacher zu gestalten oder vom Verfahren einer eigenen Zugangsprüfung abzuweichen, kommt deshalb nicht infrage.“

Im Jahr 2016 sollen 88 Einstellungen für den bisherigen mittleren und 88 Einstellungen für den bisherigen gehobenen Polizeivollzugsdienst vorgenommen werden. In den letzten drei Jahren lagen die Zahlen eingegangener Bewerbungen jeweils zwischen 1400 und 1500. Eingestellt wurden im Jahr 2013 – 110 , im Jahr 2014 – 132 und im Jahr 2015 – 154 Polizeimeisteranwärterinnen und Polizeimeisteranwärter bzw. Polizeikommissar-Anwärterinnen und Polizeikommissar-Anwärter.