BDK erreicht Verbesserungen in der Funktionszuordnung und im Bachelorstudium

21. September 2015 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Der BDK NRW erreichte bei Innenminister Ralf Jäger zusätzliche Beförderungsmöglichkeiten und konkrete Verbesserungen in der Funktionszuordnung für die Kriminalpolizei sowie in der inhaltlichen Ausgestaltung der Bachelorausbildung.

Teilerfolge für den BDK:

Verbesserungen bei der Funktionszuordnung der kriminalpolizeilichen Führungsfunktionen
deutliche Stärkung der kriminalfachlichen Inhalte innerhalb des derzeitigen Bachelorstudiums

Funktionszuordnung Kriminalpolizei:

Für Kommissariatsleiterstellen in den ländlichen Behörden werden kurzfristig 10 zusätzliche Beförderungsmöglichkeiten zu A13 geschaffen. Zudem wird es bei den Kriminalpolizeien der Polizeipräsidien in einer Größenordnung von 95 Stellen zu einer Flexibilisierung der Funktionszuordnung kommen. In Summe ist damit den Behörden die Möglichkeit eröffnet, die Führungsfunktionen innerhalb der Kriminalpolizei zu stärken. Der BDK wird vor Ort in den Behörden genau darauf achten, dass von diesen Möglichkeiten auch zielgerichtet Gebrauch gemacht wird und dass nicht zeitgleich Fachkarrieren gefährdet werden.

Damit korrigiert der Innenminister auf unseren Rat hin Teile der Fehler seines Amtsvorgängers Dr. Ingo Wolf und trägt dazu bei, in einigen Behörden die durch fehlende Funktionsstellen bei der Kripo entstandenen Probleme abzumildern.

„Ich freue mich, dass Innenminister Ralf Jäger auf unsere Vorschläge eingegangen ist und klare Signale der Anerkennung an die Leistungsträger „seiner“ nordrhein-westfälischen Kriminalpolizei sendet. Das ist in Zeiten, in denen das Flüchtlingsthema den Minister und die innenpolitische Bühne derart einnimmt, umso beachtenswerter!“, bemerkt der BDK-Landesvorsitzende Sebastian Fiedler nach einem Gespräch mit dem Minister.

Der BDK NRW wird nun in der Folge weiter mit dem Innenministerium im Gespräch bleiben, um die hochkomplexe Funktionszuordnung der Kripo in Gänze mit den aktuellen und künftigen Herausforderungen in Einklang zu bringen. Dies geht mit Vorschlägen dazu einher, auf welche Weise alle Polizeibehörden des Landes kommissionsfähiger gemacht werden können, als dies heute der Fall ist. Hierzu benötigen wir unter anderem eine höhere Zahl an fachlich qualifizierten Leiterinnen und Leitern von Ermittlungskommissionen.
Bachelorstudium:

In Bezug auf die Ausbildung des polizeilichen Nachwuchses nimmt Innenminister Ralf Jäger die Kritik und Vorschläge des BDK ernst und stärkt die kriminalfachlichen Inhalte des Studiums. Er geht damit erstmals seit Jahrzehnten in NRW deutliche Schritte in die richtige Richtung. Der Landesvorstand des BDK nutzte im Februar dieses Jahres die Gelegenheit, Innenminister Ralf Jäger sowie Vertretern der Landtagsfraktionen zu erläutern, dass die Inhalte des aktuellen Ausbildungsstudienganges bei weitem nicht mehr ausreichen, um den kriminalpolizeilichen Nachwuchs fit für die Zukunft zu machen. Dieses Defizit wird derzeit leider nur zu einem Teil durch die sehr bewährte kriminalpolizeiliche Einführungsfortbildung kompensiert, da ein großer Teil der Kripo-Nachwuchskräfte nicht in den Genuss dieser „Kripo-Ausbildung“ kommt. Der Minister ist unserer Argumentation nun zumindest in einem wesentlichen Teil gefolgt und hat entschieden, die kriminalfachlichen Inhalte des Studiums auszuweiten und zu stärken.

„Das ist ein sehr gutes Zeichen!“, kommentiert Sebastian Fiedler diese Entscheidung, „Minister Ralf Jäger setzt daher erstmals seit Jahrzehnten einen deutlichen Akzent innerhalb des Studiums, weil er erkannt hat vor welchen Herausforderungen die Kriminalitätsbekämpfung künftig stehen wird.“

Alle Polizeibeamten benötigen daher ein breites kriminalfachliches Fundament. Diese Veränderungen haben jedoch nur sehr eingeschränkte Wirkung auf den Kripo-Nachwuchs. Das NRW-Studium qualifiziert ausschließlich für die Aufgabenwahrnehmung im Wachdienst. So legt es u. a. die Ausbildungsverordnung fest. In der Kriminalitätsbekämpfung hat der Wachdienst jedoch ein komplett anderes Tätigkeitsspektrum als die Kriminalpolizei.

„Wir müssen uns bewusst sein, dass wir in Nordrhein-Westfalen Massen von potentiellen Bewerbern verprellen, die sich ausschließlich für einen Dienst bei der Kripo interessieren. Hier müssen wir daher in einem nächsten Schritt zu weiteren Veränderungen kommen. Wir werden das am 29. Oktober in einem Sachverständigengespräch des Innenausschusses noch einmal deutlich machen.“, so Sebastian Fiedler.