Bereitschaftspolizei wird verheizt – Bankrott der Inneren Sicherheit

28. August 2015 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Es ist bittere Realität: pro Hundertschaft sollen 6 vermeintlich Freiwillige bei der Erstaufnahme der Flüchtlinge eingesetzt und abgeordnet werden. Als wenn die Einsatzbelastungen nicht schon längst ausreichen würden, wird nun nochmal nachgelegt.

Erst unsere Pensionäre, dann Freiwillige vom LAFP und nun fast eine komplette Einsatzhundertschaft! An den Personalvertretungen vorbei gibt es bisher keine Schriftlage, dennoch müssen bereits heute die Freiwilligen gemeldet werden. Die Kolleginnen und Kollegen der Bereitschaftspolizei sind an ihrer Belastungsgrenze angelangt, sie kommen aus des Stiefeln und der KSA nicht mehr raus. Dienstfrei oder Erlassfrei sind die Ausnahme geworden, die Unzufriedenheit wächst. Und weil man ja dazu steht, dass die Polizei bei der Erfassung aushelfen soll, machen wir das vorsichtshalber in zivil und nicht in Uniform!

Aber wir können ja froh sein: Noch gibt es ja den Kleiderzuschuss für das Tragen von Zivilkleidung, den die GdP für die von der Politik längst kostenneutral versprochene Widerherstellung der Ruhegehaltsfähigkeit der Polizeizulage netterweise für uns verschachert hat. Interessierten sei ein Blick in den Landesteil der Zeitschrift Deutsche Polizei empfohlen. Dort kann man dann die Heldentaten schwarz auf weiß lesen.

Bei allem Verständnis für die angespannte Notsituation im Land: Wir als Polizei können zwar alles, leisten auch vieles, aber irgendwann läuft das Fass über. Immer wieder muss die Landespolizei für andere Behörden einspringen, die die Aufgabenzuweisung haben, aber das erforderliche Personal nicht vorhalten.

Wer übernimmt denn unsere Aufgaben, wenn wir die nicht mehr erfüllen können? Wer macht Fußball, bekämpft Einbruchsdelikte, die organisierte Kriminalität, die politisch motivierte Kriminalität, bewältigt Großlagen? Demnächst vielleicht die Bundeswehr?

Die Berufsvertretungen müssen jetzt gemeinsam gegen diese Auswüchse vorgehen. Alleingänge wie in der jüngsten Vergangenheit schaden am Ende allen Kolleginnen und Kollegen!

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