Grundsätzlich Polizei bei Planung und Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften einbinden

27. August 2015 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Planung und Einrichtung von Flüchtlingsunterkünften müssen nach Auffassung der Gewerkschaft der Polizei (GdP) grundsätzlich in Abstimmung mit den lokalen Sicherheitsbehörden erfolgen. „Die Erfahrungen unserer Kolleginnen und Kollegen können maßgeblich dazu beitragen, solche widerlichen und menschenfeindlichen Anschläge durch entsprechende Sicherungsmaßnahmen im Vorfeld – wenn nicht zu vereiteln, so zumindest deutlich zu erschweren, sagte der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek am Donnerstag in Berlin vor dem Hintergrund der zahlreichen in jüngster Zeit verübten Brandanschläge auf für Asylsuchende vorbereitete Gebäude. Zudem müsse die unterstützende Sicherung dieser Unterkünfte durch kommunale und private Sicherheitsdienste verstärkt werden.
Nach Informationen der GdP ist die Polizei bei der intensiven Suche der Städte und Gemeinden nach geeigneten Liegenschaften in der jüngeren Vergangenheit nicht so eingebunden worden, wie es angesichts der angespannten Lage rund um Flüchtlingsunterkünfte notwendig sein sollte. Radek: „Wenn die Polizei über eine künftige Flüchtlingsunterkunft informiert wird, nachdem die Löschzüge der Feuerwehr schon ausgerückt sind, ist das zu spät.“

Er wisse sehr wohl, so der GdP-Vize, dass sich die immense Belastungslage der Kolleginnen und Kollegen noch weiter zuspitzen werde. Radek: „Sowohl aus humanitären Gründen als auch zur Abwehr rechtsradikaler Hetzer und Täter wird die Polizei wie in vielen anderen Situationen auch jetzt die Zähne zusammenbeißen. Was aber muss eigentlich noch geschehen, bis auch dem letzten Politiker hierzulande endlich klar wird, dass immer weniger Polizei auch immer weniger Sicherheit bedeutet – für alle in Deutschland befindlichen Menschen.“

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