CEPOL und die Deutsche Hochschule der Polizei treten dem Terrorismus entgegen

19. August 2015 | Themenbereich: Polizei | Drucken

Verviers, Paris, Kopenhagen, die Anzahl der Terroranschläge in Europa, die durch ausländische Kämpfer und Unterstützer des IS in Syrien und dem Irak begangen werden, ist deutlich angestiegen. Aufgrund dieser dramatischen Entwicklung führten CEPOL und die Deutsche Hochschule der Polizei, unterstützt durch den ATLAS Verbund, das Seminar „Counter-Terrorism Special Techniques“ durch. Es fand vom 15. – 17. Juli 2015 an der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) in Münster statt. Ziel war es, auf der einen Seite den Wissens- und Erfahrungsaustausch innerhalb der europäischen Polizeien zu fördern, und sich auf der anderen Seite für die Bekämpfung von Terrorattentaten sowohl in der Gegenwart als auch in der Zukunft zu wappnen.

30 Teilnehmer, einschließlich der Angehörigen von nationalen polizeilichen Sondereinheiten und Spezialisten der Bekämpfung von Terroranschlägen, aus 20 verschiedenen europäischen Mitgliedsstaaten beteiligten sich am Seminar, um technologische, strategische und taktische Maßnahmen zur Bekämpfung von Terroranschlägen zu erarbeiten. Vertreter von Europol und des ATLAS Verbundes trugen genauso zum Seminar bei wie ein hochrangiger Repräsentant des FBI-HRT (Hostage Rescue) aus den USA.

Die Herausforderungen an die innere Sicherheit durch den islamistischen Terrorismus, hervorgerufen durch ausländische Kämpfer und Rückkehrer nach Deutschland, wurden durch einen hochrangigen Experten des BKA dargelegt und diskutiert. Darüber hinaus wurden unterschiedliche Terroranschläge besprochen sowie strategisch-taktische Aspekte derartiger Lagen durch Mitglieder der Sondereinheiten und Polizei behandelt, die anlässlich der operativen Lagen in Verviers, Paris und Kopenhagen im Einsatz waren. Der Vertreter des FBI-HRT vermittelte eine Reihe von Einblicken in den Themenbereich der taktischen Vorgehensweise bei Anschlägen durch Selbstmordattentäter. Dies wurde auf der einen Seite theoretisch vertieft, auf der anderen Seite praktisch ergänzt durch eine technisch-taktische Demonstration von Einsatzmitteln zur Entschärfung von Sprengstoffen durch Spezialisten der Sondereinheiten der Bundespolizei. Dieser spezielle Programmpunkt vermittelte allen Teilnehmern eine anschauliche praktische Darstellung sowohl der grundsätzlichen Technik als auch der operativen und strategischen Aspekte eines so wichtigen Themas.

Die neuesten Entwicklungen, insbesondere die Nutzung (neuer) Medien durch Terroristen, vor allem Sozialer Medien, der Überblick über die operative Lage in Echtzeit sowie die taktischen Aspekte von Terrorlagen im Zusammenhang mit dem Gesamtthema wurden durch die fruchtbaren Gespräche zum Projekt SCARSOME (Forschungsprojekt an der DHPol) herausgestellt. Weiterhin wurden sowohl entscheidende Steuerungsinstrumente und Anwendungen vorgestellt als auch eine thematisch vertiefende intensive Diskussion durch einen Vertreter von OSINT (Niederlande) angeregt. Schließlich erläuterte der Leiter der GSG9 Deutschland und derzeitige Präsident des ATLAS Verbundes in seinem Vortrag ‚Europe-wide Threats: Coordinated Missions Counter Terrorism‘ – über die Funktion, Struktur und Bedeutung der europaweiten Kooperation der nationalen polizeilichen Sondereinheiten hinaus – wesentliche Aspekte, Zahlen und Fakten.

Das CEPOL Seminar „Counter-Terrorism Special Techniques“ an der DHPol bot mit den beiden gesetzten Schwerpunkten ‚Realitätsnahe operative polizeiliche Lagen‘ und ‚Neuester Stand der Technik‘ einem hochrangigen Expertenfeld ein Forum, um in der Mitte Europas auf innovative Art und Weise einen Wissens- und Erfahrungsaustausch zu etablieren und zu praktizieren.