FACHTAGUNG | 08. bis 09. September 2015, Deutsche Hochschule der Polizei, Münster Polizeiwissenschaft in der Praxis

17. August 2015 | Themenbereich: Aktuelle Veranstaltungen | Drucken

Polizei – Eine Wissenschaft für sich?

Die „Policeywissenschaft“ entwickelte sich in Deutschland bereits im frühen 18. Jahrhundert und bildete sich im Zusammenhang mit der Gründung moderner Territorialstaaten heraus. War der Begriff „Policey“ damals mit einer „guten Ordnung“ und der „Wohlfahrt“ in einem staatlichen Gemeinwesen verbunden, konzentriert sich der moderne Polizeibegriff auf staatlich organisierte Innere Sicherheit. Mit der heutigen Form der Polizeiwissenschaft hatte die damalige allerdings noch relativ wenig zu tun. Erst Ende der 1980er Jahre entbrannte die Debatte um eine eigenständige Polizeiwissenschaft erneut. Einer der Hauptdiskussionspunkte in Bezug auf eine Polizeiwissenschaft damals wie heute lautet: Wer ist eigentlich der Abnehmer, der Adressat für die Ergebnisse einer polizeiwissenschaftlichen Arbeit? Viele mein(t)en, dass dies natürlich die Polizei sei und springen damit wesentlich zu kurz. Der eigentliche Abnehmer für die Erkenntnisse und Ergebnisse aus der Polizeiwissenschaft kann eben nicht die Polizei allein sein, sondern muss die Gesellschaft und das Gemeinwesen insgesamt umfassen. Die Polizei stellt hier aber aufgrund ihrer besonderen rechtlichen Stellung einen gewichtigen und zentralen Punkt dar, die Polizei ist aber schon längst nicht mehr der einzige Garant der Inneren Sicherheit in Deutschland. Hier muss man noch viele weitere staatliche und private Akteure mit in die Betrachtung einbeziehen.

Mit der Gründung der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) als Nachfolgeeinrichtung der Polizei-Führungsakademie (PFA) schien der Durchbruch für eine eigenständige Polizeiwissenschaft gekommen zu sein. Heute muss man aber konstatieren, dass sich die Hoffnungen nur zum Teil erfüllt haben. Laut dem Polizeihochschulgesetz hat die Hochschule die Aufgabe, „die Polizeiwissenschaft durch Forschung, Lehre, Studium und Weiterbildung zu pflegen und zu entwickeln.“ Ob eine aktuell in der DHPol angestoßene wissenschaftstheoretische und -strategische Diskussion um eine Integration polizeiwissenschaftlicher Ansätze in die etabliertere Verwaltungswissenschaft diesem Auftrag gerecht werden kann, muss diskutiert werden.

Der BDK fördert mit seiner KRIPO AKADEMIE die inner- und außerpolizeiliche Polizeiwissenschaft, z.B. durch polizeiwissenschaftliche Fachtagungen, Veröffentlichungen von Fachartikeln und durch entsprechende Forschungsbeteiligung, sieht sich aber auch als Bindeglied zwischen Polizei und Wissenschaft. Der BDK setzt sich zudem aktiv dafür ein, dass an der DHPol und den polizeilichen Ausbildungseinrichtungen in den Ländern (Hochschulen und Akademien) polizeiwissenschaftliche Inhalte in einem angemessenen Umfang gelehrt und die dafür notwendigen Ressourcen von den jeweiligen Trägern der Einrichtungen gewährleistet werden.

Mit der Fachtagung „Polizeiwissenschaft in der Praxis“ möchte der BDK den „Polizeiforschern“ eine Plattform bieten, den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Polizei (Schwerpunkt Kriminalpolizei) die Entwicklung der Polizeiwissenschaft aufzuzeigen, die Erkenntnisse aus den verschiedenen Bereichen der Polizeiforschung und die derzeitigen Entwicklungen näher zu bringen sowie die Möglichkeit liefern, aktuelle Forschungsprojekte vorzustellen.

Weitere Informationen, Programm und Anmeldung unter: www.bdk.de/veranstaltungen/seminare/des-bdk/polizeiwissenschaft-in-der-praxis

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