Spielzeit des friedlichen Miteinanders

13. August 2015 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) warnt trotz jüngster, teils massiver Ausschreitungen anlässlich mehrerer Fußballspiele vor einer möglichen Forcierung der politischen Kostendiskussion über Polizeieinsätze. Es mag sein, dass finanziell klamme Bundesländer verzweifelt nach Einnahmequellen suchen, aber diese Debatte ist aus Sicht der GdP rechtlich höchst umstritten und auch nicht zielführend. Der stellvertretende GdP-Bundesvorsitzende Jörg Radek sagte am Mittwoch in Berlin: „Wir sehen die Gefahr, dass ein möglicher Rechtstreit dazu führen könnte, dass nicht nur Millionen schwere Sportklubs von zusätzlichen Polizeikosten betroffen wären, sondern aus Gleichbehandlungsgründen auch der Breitensport. Das wäre fatal für die Sportnation Deutschland, wo an jedem Wochenende beispielsweise Laufveranstaltungen unter Absicherung der Polizei stattfinden.“

Wenige Tage vor dem Bundesligastart appellierte der GdP-Vize an alle Fans des Fußballs, die Spielzeit 2015/16 zu einer Saison des friedlichen Miteinanders zu machen. Die jüngste Vergangenheit habe gezeigt, dass die Sicherheitsbehörden und viele Fußballvereine konsequent gegen Sportgewalttäter vorgegangen seien. „Seitens der Polizei müssen die notorischen Gewalttäter sehr aufwendig mit Meldeauflagen und Betretungsverboten darin gehindert werden, Fanausschreitungen anzuzetteln. Meine Kolleginnen und Kollegen sind es leid, an jedem Fußballwochenende wenige unbelehrbare Straftäter quer durch die Republik zu begleiten“, sagte Radek,

Um die seit Jahren gestiegenen Gesamtbelastungen für die Einsatzkräfte zu reduzieren, fordert die GdP nicht nur mehr Personal, sondern auf Seiten des Fußballs ab der 3. Liga ein konsequentes professionelles Sicherheitsmanagement der Vereine. „Es ist eine erschreckende Tatsache, dass gerade in den unteren Ligen Fanausschreitungen häufig nur durch massive Polizeiaufgebote verhindert werden können“, betonte Radek.

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