Anzahl der Brände in Altersheimen verdoppelt sich

5. August 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit | Drucken

Die eklatanten Brandschutzmängel in Deutschlands Senioren- und Pflegeeinrichtungen lassen das Jahr 2015 bereits jetzt als eines der schwärzesten in die Geschichte eingehen: Bis 31. Juli brannte es 68 Mal und damit rund doppelt so häufig wie im Vorjahreszeitraum. Auch die Zahl der Opfer und Geschädigten übersteigt die Vorjahreswerte bei Weitem. 9 Tote sind zu beklagen, das sind schon heute fast so viele Brandopfer wie im Gesamtjahr 2014 (11 Tote). 232 Menschen trugen bis Ende Juli Verletzungen durch Feuer in Alten- und Pflegheimen davon und damit mehr als im gesamten Jahr 2014 mit 163 Verletzten. Das sind die erschreckenden Ergebnisse der bvfa-Brandstatistik, die unter www.bvfa.de einsehbar ist.

Zweimal pro Woche brennt es inzwischen in einem Senioren- oder Pflegeheim, das ist doppelt so viel wie im letzten Jahr. Fatal, wenn man bedenkt, dass sich gerade alte und schwache Menschen oft nicht selbst in Sicherheit bringen können. Bis das Rettungsteam kommt, vergehen wertvolle Minuten – die Leben kosten. Das Risiko, als Heimbewohner bei einem Brand zu sterben, ist um ein Vielfaches höher als das der Gesamtbevölkerung. Umso erschreckender, dass nach wie vor nicht genug für die Sicherheit getan wird. Der bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e. V. fordert seit Langem durchgängige Brandschutzstandards in den deutschen Senioren- und Pflegeeinrichtungen. „Der Einbau von selbsttätigen Sprinkleranlagen sollte in diesen Wohn- und Pflegeformen selbstverständlich sein, denn sie lösen automatisch aus, löschen gezielt und retten nachweislich Leben“, bestätigt Dr. Wolfram Krause, Geschäftsführer des bvfa. In den USA konnte die Mortalität bei Bränden in Seniorenheimen durch den Einsatz von Sprinkleranlagen um 88 Prozent verringert werden.

„Wir appellieren an alle, den Brandschutz in sozialen Einrichtungen zu erhöhen – denn die technischen Möglichkeiten sind längst da und können auch noch spezifischer auf die unterschiedlichen Anforderungen hin zugeschnitten werden, das hat das bvfa Experten-Forum auf der Interschutz 2015 deutlich gemacht“, so Dr. Wolfram Krause weiter. So wurden die Hersteller auf dem Experten-Forum von einigen aufgefordert, ihre Systeme für den Wohn- und Pflegebereich weiter in Richtung „Volkssprinkleranlage“ zu entwickeln, um den Einsatz zu erhöhen. Zudem sehen verschiedene Experten bauaufsichtliche Erleichterungen beim Einsatz von Sprinkleranlagen als notwendig an, um eine ausreichende Wirtschaftlichkeit zu gewährleisten. Hier besteht nach Ansicht von vielen ein großer Handlungsbedarf des Gesetzgebers. Es fehlen einheitliche Regelungen und es existieren nach wie vor Vorurteile gegenüber Sprinklern, mit denen aufgeräumt werden muss. Weitere gemeinsame Anstrengungen von Behörden, Herstellern, Verbänden und Richtliniengebern sind vonnöten, die der bvfa auch künftig vorantreiben und begleiten wird, um den Einsatz von Sprinklern und damit die Sicherheit in Alten- und Pflegeeinrichtungen zu optimieren.

Über den bvfa:

Der bvfa – Bundesverband Technischer Brandschutz e. V. ist der maßgebliche Verband für vorbeugenden und abwehrenden technischen Brandschutz in Deutschland. In dem Verband sind die führenden deutschen Anbieter von stationärer und mobiler Brandschutztechnik sowie von Systemen des baulichen Brandschutzes vertreten. Der Verband, der gegenwärtig etwa 120 Unternehmen vertritt, wurde 1972 gegründet und hat seinen Sitz in Würzburg.