Und wieder zwei Polizeiärzte/ Polizeiärztinnen weg!

17. Juli 2015 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen, Niedersachsen | Drucken

Nicht nur bei der Niedersächsischen Kriminalpolizei droht das Licht auszugehen, sondern auch in anderen fachbezogenen Arbeitsfeldern der niedersächsischen Polizei. Seit einigen Jahren war das nun entstandene Problem abzusehen. Nachdem man zunächst (erfolglos) versuchte, mit deutlich zu niedrig dotierten Stellenausschreibungen Fachpersonal für diesen wichtigen Zweig der Landespolizei anzuwerben, liefen Ausschreibungen auf allen Ebenen.

Erste Erfolge waren zu verzeichnen und einige Lücken konnten geschlossen werden. Doch nun sind zum 30.06.2015 zwei Polizeiärzte wieder ausgestiegen. Woran mag es gelegen haben?

Die Lücken sind also wieder so groß, dass wesentliche Aufgaben dieser Arbeitsmediziner nicht mehr erfüllt werden können.

Das bedeutet:

Einstellungsuntersuchungen können nicht mehr zeitnah durchgeführt werden.
Untersuchungen zur Feststellung der Polizeidiensttauglichkeit nur zeitlich stark verzögert durchgeführt werden.
Dienstunfallbegutachtungen nur zeitlich stark verzögert durchgeführt werden.
Regelmäßige Untersuchungen der Spezialeinheiten nur mit langen Wartezeiten (wenn überhaupt) durchgeführt werden.
Fachliche Bewertung grundsätzlicher medizinischer Fragestellungen im Zusammenhang mit der Durchführung der Begutachtung von Dienstunfällen, Rehabilitationsanträgen für Heilfürsorgeberechtigte nur verspätet durchgeführt werden.

Die wenigen vorhandenen Polizeiärzte werden durch das Bundesland gehetzt, um an Standorten ohne Polizeiarzt Vertretungsdienste zu leisten. Alternativ werden auch die zu untersuchenden Kolleginnen und Kollegen auf Reisen geschickt.
Die Arbeitsmedizinische Betreuung aller Beschäftigten der Polizei Niedersachsen liegt wieder am Boden.

Der BDK fordert ein sofortiges Handeln unseres Dienstherren durch ggf. Auslagerung der Tätigkeiten an Ärzte der Gesundheitsämter. Erste Höherbewertung sind zwar nach der BDK-Forderung erfüllt worden, aber offensichtlich scheint dies nicht auszureichen!
Es ist schon wieder 5 nach 12 und damit fast schon zu spät zum Handeln! Der BDK berichtete bereits am 05.12.2014 und am 05.01.2015 über diese dramatische Situation.

Der BDK bleibt auch hier am Ball

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