Immer mehr private Sicherheitskräfte schützen Flüchtlinge und Asylbewerber

17. Juli 2015 | Themenbereich: Security | Drucken

Die Zahl der Flüchtlinge und Asylsuchenden in Deutschland wird auf über 400.000 steigen und sich so im Vergleich zu 2014 mehr als verdoppeln. Sicherheit darf hier nicht außenvorbleiben. Nach Schätzungen des BDSW Bundesverband der Sicherheitswirtschaft schützen bundesweit zwischen 3.000 und 4.000 private Sicherheitskräfte eine Vielzahl von Unterkünften. Dies geschieht im Auftrag des Bundes, der Länder, Landkreise und Kommunen. Um den Erfahrungsaustausch, der in diesem Aufgabengebiet tätigen Mitgliedsunternehmen, zu fördern und politische Forderungen abzuleiten, hat der BDSW den Arbeitskreis „Schutz von Flüchtlingsunterkünften“ gegründet. Dazu trafen sich über 30 Experten in Frankfurt zur konstituierenden Sitzung. Sie wählten Ernst Steuger, Geschäftsführer der Nürnberger Wach- und Schließgesellschaft mbH, zu ihrem Vorsitzenden. Stellvertreter wurde Rene Faizy, Inhaber der RF Service Management & Sicherheit GmbH. „Vorfälle wie in NRW dürfen sich nicht wiederholen. Die Sicherheit der Hilfesuchenden, aber auch deren Betreuer, muss gewährleistet sein“, so Ernst Steuger.

Bereits nach den erschreckenden Vorfällen in einer Erstaufnahmeeinrichtung im nord-rheinwestfälischen Burbach, im September vergangenen Jahres, hatte der BDSW die Ausschreibungsvorgaben der öffentlichen Hand heftig kritisiert. In einem 12-Punkte-Programm „Neue Sicherheitsstandards für Asylbewerberunterkünfte“ wurde u.a. darauf verwiesen, dass die Vergabe solch sensibler Ausschreibungen nicht wie bisher üblich auf Grundlage des niedrigsten Preises erfolgen kann. Maßgeblich muss hier die Qualifikation der Dienstleistungsunternehmen und deren Beschäftigen sein.

Nachdem das mediale Interesse am Vorfall in Burbach nachgelassen hatte, verfielen viele Auftraggeber – auch in NRW – wieder in alte Muster – der niedrigste Preis ist meist die Grundlage der Vergabe. Die im BDSW Arbeitskreis „Schutz von Flüchtlingsunterkünften“ vertretenen Experten sind mit dem hochsensiblen Tätigkeitsfeld vertraut und werden nachprüfbare Qualitätskriterien für die vielfältigen wahrgenommenen Aufgaben in den Unterkünften entwickeln. Diese werden den Auftraggebern übermittelt. “Wir wollen den öffentlichen und privaten Betreibern von Flüchtlingsunterkünften mit unserer Kompetenz bei der Verbesserung der Sicherheit in Asylbewerber – und Flüchtlingsunterkünften beratend und unterstützend zur Verfügung stehen“, so Steuger abschließend.