Schluss mit „Illegalen Autorennen“ – diesem Wahnsinn gehört ein Riegel vorgeschoben

16. Juli 2015 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen, Nordrhein Westfalen | Drucken

Am vergangen Montag verstarb in der Intensivstation eines Kölner Krankenhauses ein Radfahrer, der am Freitag zuvor durch einen schleudernden Pkw unverschuldet schwere Kopfverletzungen erlitten hatte. Unfallursächlich war mit hoher Wahrscheinlichkeit der Umstand, dass sich im Kölner Stadtgebiet zwei Fahrzeugführer mit schnellen Pkw ein Rennen geliefert hatten.

Dabei verlor ein Fahrer die Kontrolle über sein Fahrzeug und schleuderte gegen den Radfahrer. Dies war in Köln schon der dritte Unfall dieser Art innerhalb weniger Monate.

Der Landesvorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft Erich Rettinghaus dazu: „Vor dem Hintergrund der Gefährlichkeit des dargestellten Verhaltens, hält die Deutsche Polizeigewerkschaft es für erforderlich, dass alle Sanktionsmöglichkeiten ausgeschöpft werden. So ist zu prüfen, ob hier ein vorsätzliches Handeln seitens der Täter vorlag, die bei ihrem Tun ja offenkundig billigend in Kauf nehmen, dass Menschen zu Schaden kommen. Das Aussprechen von Freiheitsstrafe, ggf. hoher Geldstrafe und Führerscheinentzug erscheint hier mehr als angemessen.“.

Die Straßenverkehrsordnung stellt für den öffentlichen Verkehrsraum in ihrem Paragrafen 29 eindeutig fest: Rennen mit Kraftfahrzeugen sind verboten.“. Alleine für folgenlose Zuwiderhandlungen werden 400 Euro Bußgeld, zwei Punkte im Flensburger Fahreignungsregister und bis zu drei Monate Fahrverbot angedroht.

Erich Rettinghaus dazu: „Dies scheint offenkundig nicht auszureichen. Daher sollte auch darüber nachgedacht werden, den Zugang junger Fahrer zu leistungsstarken Pkw zum Selbst- und Fremdschutz einzuschränken. So wäre denkbar, die Fahrerlaubnis bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres auf eine Pkw-Motorleistung von 100 kw einzuschränken. Junge Fahrzeugführer, die in diesem Zeitraum dennoch negativ im Straßenverkehr in Erscheinung treten, könnten eine sogenannte Gefährderansprache durch die Polizei erleben, die sie dann hinsichtlich ihres Verhaltens aus der Anonymität herausnimmt. Überprüfungen der charakterlichen Eignung zum Führen von Kraftfahrzeugen durch die zuständige Verwaltungsbehörde würden den Maßnahmenkatalog abrunden.“