Neues Verfahren erleichtert die Kampfmittelsuche

13. Juli 2015 | Themenbereich: Bevölkerungsschutz, Brandenburg | Drucken

 

In Brandenburg wird ein neues Verfahren zur Identifizierung möglicher Kriegsaltlasten im Boden angewandt. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat das System „Ultra TEM“ eines privaten Unternehmens zugelassen. Dabei werden Anomalien im Boden mithilfe starker elektromagnetischer Felder untersucht. Innenminister Karl-Heinz Schröter informierte sich am Montag in Oranienburg über das neue System. Dabei lobte der Minister die Innovationskraft privater und öffentlicher Firmen bei der Entwicklung neuer Technologien zur Kampfmittelsuche.

Mithilfe von „Ultra TEM“ kann die Größe und Geometrie von metallischen Körpern bestimmt werden. Durch diese genauere Identifizierung müssen Bombenverdachtspunkte künftig seltener geöffnet werden als bisher. Schröter betonte: „Damit können wir die Mittel für die Kampfmittelbeseitigung künftig effizienter einsetzen. Das hilft uns im Wettlauf mit der Zeit. Denn die Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg werden immer gefährlicher, weil die Zünder verrotten. Keinesfalls bedeutet das neue Verfahren, dass die Haushaltsmittel für die Kampfmittelbeseitigung reduziert werden können. Das wäre angesichts der hohen Belastung Brandenburgs mit Kriegsaltlasten nicht zu verantworten.“ Deshalb setze das Land darauf, dass sich der Bund künftig angemessen an den Kosten für die Munitionsbergung beteilige.

Hintergrund:

Brandenburg ist eines der am stärksten mit Kriegsmunition belasteten Bundesländer. Etwa 350.000 Hektar zivil genutzter Landesfläche stehen noch unter Kampfmittelverdacht. Besonders betroffen ist Oranienburg. Dort sind seit 1991 mehr als 180 Bomben geborgen worden, etwa 300 Bomben werden noch im Erdreich vermutet. Deshalb fließt mehr als die Hälfte der gesamten Landesausgaben zur Kampfmittelräumung nach Oranienburg.

Kosten der Kampfmittelbeseitigung 1991 bis 2014:

Landesausgaben: 347 Millionen Euro

Erstattung des Bundes für reichseigene Munition: 125 Millionen Euro