Forschungsprogramm LiDaKrA

9. Juli 2015 | Themenbereich: Bund Deutscher Kriminalbeamter, Interessenvertretungen | Drucken

Der Bund Deutscher Kriminalbeamter ist Konsortialpartner und Projektkoordinator des Forschungsprogrammes „Integration vernetzter Daten und Früherkennung von Phänomenen der Organisierten Kriminalität (LiDaKrA)“.

Akteure der „klassischen“ organisierten Kriminalität nutzen zunehmend das Internet zur Planung und Durchführung von Straftaten. Ein zentrales Problem bei der Aufdeckung dieser Straftaten sind die personal-und zeitintensiven Recherchearbeiten. Meist müssen die Ergebnisse manuell abgeglichen werden, da Daten in unterschiedlichen Zusammenhängen und Formaten vorliegen. Bei einem begründeten Verdacht auf eine Straftat kann eine automatisierte Auswertung dieser Daten die Arbeit der ermittelnden Behörden erleichtern.

Ziele und Vorgehen

In LiDaKrA soll ein Softwaresystem geschaffen werden, welches die Recherchearbeiten teilautomatisiert durchführt. Mit diesem System können in einem Verdachtsmoment verschiedene Datenquellen durchsucht und die Ergebnisse in ein einheitliches Datenformat überführt werden. Die Rechercheergebnisse werden sinnvoll vernetzt und mit Tatbeständen der organisierten Kriminalität in Zusammenhang gebracht.
Weiterhin wird erforscht, ob kriminelle Handlungen im Internet durch spezielle Muster und Vorgehensweisen auffallen. Besonderes Augenmerk wird auf das Spannungsfeld zwischen der Wahrung der Persönlichkeitsrechte und der automatisierten Auswertung von Daten gelegt werden.
LiDaKrA verbindet Daten nur anlassbezogen zum Zweck der Strafverfolgung.

Innovationen und Perspektiven

Den hohen Datenschutzanforderungen in Deutschland wird besondere Bedeutung beigemessen. So werden z. B. die Daten nicht kontinuierlich gesammelt, sondern nur bei einem Verdacht auf eine Straftat aus öffentlichen Quellen abgefragt und zusammengeführt. Eine dauerhafte Speicherung findet nicht statt.
Da bundesweit unterschiedliche Softwaresysteme im Einsatz sind, besteht die Innovation in einer zentralen Plattform, die als „Software as a Service“ von allen Sicherheitsbehörden genutzt werden kann.

Das Forschungsprogramm wird auf Basis des Programms BMBF-Förderung „Forschung für die zivile Sicherheit“ der Bundesregierung im Rahmen der BMBF-Bekanntmachung „Zivile Sicherheit – Schutz vor organisierter Kriminalität“ gefördert.

Ansprechpartner beim BDK (Verbundkoordinator): Ronald Schulze