Fußfesseln gegen Gewalttäter helfen nicht

17. Juni 2015 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die Pläne aus der Justizministerkonferenz, so genannte Fußfesseln auch bei Fußball-Gewalttätern und prügelnden Ehemännern einzusetzen, werden nach Auffassung des DPolG-Vorsitzenden Rainer Wendt wenig Wirkung erzielen: „Gegen häusliche Gewalt müssen konsequente Strafverfolgung gegen die Täter und intensive Beratung und Betreuung der Opfer einher gehen. Das ist zeit- und personalintensiv, deshalb brauchen wir sowohl bei der Polizei und Justiz, aber auch in den sozialen Beratungseinrichtungen ausreichendes Personal.

Die Politiker machen es sich viel zu einfach, wenn sie glauben, gewaltbereite Schläger lassen sich von technischen Einrichtungen wie der so genannten Fußfessel von ihren Taten abhalten. Die Fußfessel ist eben keine Fessel, sondern wirkt nur wie ein Babyphone, das weder zur Gewaltverhinderung und kaum zum Nachweis einer Tat geeignet ist. Das gilt auch für Gewalttäter im Fußball, denen nur mit wirklich harten Strafen, Meldeauflagen und möglichst langen Stadionverboten beizukommen ist.“