Präventionsprojekt gegen Modedroge Crystal

11. Juni 2015 | Themenbereich: Bayern, Prävention | Drucken

Das Projekt ‚Hellwach – Ich weiß doch Bescheid! Länderübergreifende Suchtpräventionswoche für Schülerinnen und Schüler aus Bayern und Tschechien in der Jugendherberge Wunsiedel‘ hat den diesjährigen Bayerischen Präventionspreis gewonnen. „Die Auszeichnung zeigt: Das ist ein herausragendes Präventionsprojekt gegen die gefährliche Modedroge Crystal“, freute sich Bayerns Innenminister Joachim Herrmann als Schirmherr der Aktion. Herrmann hofft, dass das bislang bundesweit einmalige Präventionsprojekt viele Nachahmer findet. „Gerade junge Menschen sind besonders gefährdet, in eine Suchtspirale zu geraten. Ich verspreche mir davon einen wichtigen Beitrag zur Suchtprävention.“

Der 13. Bayerische Präventionspreis wurde vom bayerischen Gesundheitsministerium in München vergeben. Das Projekt ‚Hellwach – Ich weiß doch Bescheid!‘ hat den Preis in der Kategorie ‚Prävention in Familie, Kindertagesstätte und Schule‘ gewonnen. Die weiteren Kategorien sind ‚Prävention in Ausbildungsstätte und Betrieb‘, ‚Prävention im Alter‘ und ‚Förderung gesundheitlicher Chancengleichheit‘. Der 13. Bayerische Präventionspreis ist mit insgesamt 10.000 Euro dotiert, die unter den vier Preisträgern zu gleichen Teilen verteilt werden.

Die prämerte Projektwoche fand von 24. bis 28. November 2014 in Wunsiedel unter dem Motto ‚Hellwach – Ich weiß doch Bescheid!‘ statt. 120 Schülerinnen und Schüler aus Tschechien und Bayern beschäftigten sich eingehend mit Suchtgefahren und wie man ihnen am besten entgeht. Es gab unter anderem verschiedene Mitmach-Parcours, Arbeitsgruppen zu Suchtthemen und einem Besuch in der Therapiestation für Suchtkranke in der Bezirksklinik Rehau. „Die jungen Menschen haben sich intensiv mit Suchtproblematiken befasst und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet“, erläuterte Herrmann. Die Projektwoche wurde von der Jugendherberge Wunsiedel und der Kriminalpolizeiinspektion Hof ins Leben gerufen. Gefördert und unterstützt wurde das Projekt vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds, von der Oberfrankenstiftung, vom Arbeitskreis ‚Unsere Stadt gemeinsam gegen Drogen‘, von der Anti-Sucht-Initiative ‚Mindzone‘, vom Kino Hof, von den Suchtarbeitskreisen Hof und Wunsiedel sowie von der Bezirksklinik Rehau.

„Das aus Tschechien importierte Crystal ist weiterhin ein großes Problem“, ergänzte Herrmann. Rund ein Drittel der 2014 bayernweit 3.098 Verstöße mit Methamphetamin/Crystal wurden im Grenzgebiet zu Tschechien festgestellt. 20 Personen seien 2014 in Bayern aufgrund Crystal ums Leben gekommen (2013: 18 Personen). „Die Bekämpfung der gefährlichen Modedroge ist daher auch 2015 ein besonderer Schwerpunkt der Bayerischen Polizei“, betonte Herrmann. „Wir haben deshalb die Fahndungs- und Ermittlungsarbeit der Bayerischen Polizei im engen Schulterschluss mit der Bundespolizei und dem Zoll weiter intensiviert.“ Dabei setzt der bayerische Innenminister vor allem auf eine engere Zusammenarbeit mit den Nachbarländern: „Nur wenn auch die Hintermänner hinter Schloss und Riegel sitzen, können wir das skrupellose Crystal-Geschäft nachhaltig zerschlagen“, erläuterte Herrmann mit Blick auf die vielen illegalen Drogenlabore in Tschechien. Die bayerisch-tschechische Polizei-Zusammenarbeit sei bereits auf einem sehr guten Weg, so Herrmann, „sei es im Gemeinsamen Zentrum Schwandorf-Petrovice, bei gemeinsamen Streifen oder bei Razzien auf den Asiamärkten“.

Als einen großen Fortschritt bezeichnete der bayerische Innenminister die Unterzeichnung des neuen Polizeivertrags zwischen Deutschland und Tschechien Ende April diesen Jahres. „Damit haben wir erheblich bessere Möglichkeiten, zusammen mit der tschechischen Polizei gegen Crystal vorgehen“, erläuterte Herrmann. „Beispielsweise spielt es jetzt keine Rolle mehr, ob ein Drogendelikt nach tschechischem Recht nur eine Ordnungswidrigkeit darstellt. Außerdem können wir mit den verbesserten Rechtsgrundlagen die ohnehin schon gute Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei noch weiter ausbauen, beispielsweise bei gemeinsamen Streifen oder bei Razzien auf den Asiamärkten.“