Lkw-Parkleitsystem an der A9 zwischen Nürnberg und München

28. Mai 2015 | Themenbereich: Bayern, Verkehr | Drucken

Bayerns Innen- und Verkehrsminister Joachim Herrmann hat heute in Nürnberg ein neues Lkw-Parkleitsystem an der A 9 zwischen Nürnberg und München in Betrieb genommen. „Das ist die deutschlandweit erste Pilotstrecke für intelligentes Lkw-Parken“, betonte Herrmann. Die gezielte Information über die Belegung der Lkw-Parkplätze helfe parkplatzsuchenden Lkw-Fahrern bei der Einhaltung ihrer vorgeschriebenen Lenk- und Ruhezeiten. „Das sorgt für mehr Verkehrssicherheit, auch weil wir damit nicht ordnungsgemäß abgestellte Lkw verhindern können“, ist sich Herrmann sicher. Die sechs Millionen Euro, die der Bund für das Gesamtprojekt zur Verfügung gestellt hat, seien gut investiert. Außerdem kündigte der Verkehrsminister an, in den nächsten Jahren weitere zusätzliche Lkw-Parkplätze zu schaffen.

Wie Herrmann erläuterte, wird das neue Lkw-Parkleitsystem auf der A 9 zwischen den Autobahnkreuzen Nürnberg-Ost und Neufahrn künftig auf 21 bewirtschafteten und unbewirtschafteten Rastanlagen die Auslastung der Lkw-Stellplätze verbessern und verkehrsgefährdende Überbelegungen verhindern. Detektionseinrichtungen erfassen an den Zu- und Abfahrten der Rastanlagen die aktuellen Belegungsstände. Lkw-Fahrer können diese Informationen beispielsweise über das Verkehrsinformationsportal www.bayerninfo.de abrufen, unter anderem über eine kostenlose App. Voraussichtlich ab Juli 2015 können die Informationen auch über TMC-Meldungen verbreitet werden. „Außerdem unterstützen wir die Unternehmen, den digitalen Tachographen und das Navigationssystem von Lkw mit den Informationen des neuen Parkleitsystems zu verknüpfen“, ergänzte Herrmann. Ein intelligentes Fahrerassistenzprogramm könnte dann die Zielführung übernehmen.

Laut Herrmann wurden bereits 14 größere Parkplatz- sowie Tank- und Rastanlagen auf der A 9 an das Lkw-Parkleitsystem angeschlossen. Dazu kommen die zwei privaten Autohöfe in Schweitenkirchen und Hilpoltstein. Die restlichen Anlagen befinden sich derzeit im Umbau und können erst nach ihrer baulichen Fertigstellung mit in das Parkleitsystem integriert werden. „Weitere Lkw-Parkleitsysteme planen wir auf der A 3 zwischen Aschaffenburg und Biebelried sowie auf der A 7 von der Landegrenze zu Hessen bis zum Autobahnkreuz Feuchtwangen/Crailsheim“, so Herrmann weiter.

Der bayerische Verkehrsminister rechnet damit, dass der Bedarf an Lkw-Stellplätzen in den kommenden Jahren weiter steigen wird. „Der Güterverkehr auf den bayerischen Straßen wird bis 2025 um rund 50 Prozent zunehmen, wie uns aktuelle Prognosen zeigen“, erklärte Herrmann. „Bereits seit einigen Jahren haben wir deshalb in Bayern die Stellplatzsituation massiv verbessert und in den Jahren 2008 bis 2014 rund 3.300 zusätzliche Lkw-Parkplätze geschaffen.“ Auch heuer seien mehrere Anlagen im Bau oder in der Planung. In den nächsten Jahren werde der Aus- und Neubau der Rastanlagen weitergehen. Das sei ein fester Bestandteil im Bayerischen Verkehrssicherheitsprogramm ‚Bayern mobil – sicher ans Ziel‘.

Außerdem kündigte Herrmann an, mit innovativer Technik die vorhandenen Verkehrsflächen der Rastanlagen noch besser zu nutzen. Beispielsweise können durch das sogenannte ‚telematikgesteuerte Kompaktparken‘ bis zu 50 Prozent mehr Lkw abgestellt werden. Ein entsprechendes Pilotvorhaben an der Rastanlage Jura an der A 3 bei Neumarkt soll noch heuer in Betrieb gehen. In Abstimmung mit dem Bund soll eine weitere vergleichbare Anlage an der A 93 bei der Tank- und Rastanlage Kiefersfelden entstehen.