Druck auf Täter erhöhen – Fremdenfeindlichkeit aktiver bekämpfen

6. Mai 2015 | Themenbereich: Deutsche Polizeigewerkschaft, Interessenvertretungen | Drucken

Die heute vom Bundesinnenminister und vom Vorsitzenden der Innenministerkonferenz der Länder vorgestellte bundesweite Polizeiliche Kriminalstatistik für 2014 offenbart auf einigen Deliktfeldern einen dramatischen Anstieg der Fallzahlen. So bei der Wohnungseinbruchkriminalität, die im vergangenen Jahr um 1,8 Prozent auf 152.123 Fälle gestiegen ist.

DPolG Bundesvorsitzender Rainer Wendt: „Der starke Anstieg bei der Zahl der Einbrüche korrespondiert leider mit einer niedrigen Aufklärungsquote. Die Fälle, die aufgeklärt wurden, lassen immer häufiger den Schluss zu, dass es sich bei Haus- und Wohnungseinbrüchen um bandenmäßig, organisierte Kriminalität handelt. Reisende, nicht ortsansässige Täter erschweren nicht selten die Ermittlungserfolge. Deshalb brauchen wir dringend eine höhere Aufklärungsquote, denn nur wenn das Entdeckungsrisiko hoch ist, erhöht man den Druck auf die Täter. Dazu gehört auch, neue Ermittlungsinstrumente wie das Predictive Policing einzusetzen, um durch Datenerfassung und –auswertung Strukturen und Verhalten von Kriminellen zu erkennen und vorherzusagen. Angesichts knapper Personalausstattung der Polizei sind wir darauf angewiesen, die Kräfte so gezielt wie möglich einzusetzen.“

Erschreckend ist nach Ansicht der DPolG auch die Zunahme fremdenfeindlicher, antisemitischer und rassistischer Straftaten. Rainer Wendt: „An dieser Stelle ist nicht nur die Polizei gefordert, sondern die gesamte Gesellschaft, um solche Tendenzen frühzeitig zu unterbinden. Antisemitismus und Fremdenfeindlichkeit dürfe sich nicht etablieren, sondern müsse für uns alle endlich ein Alarmsignal sein. Nach wie vor fehlt eine Nationale Strategie, um dieses Übel zu bekämpfen!“

Die DPolG warnt davor, die Aussagekraft der Polizeilichen Kriminalstatistik zu hoch anzusetzen. Wendt: „Die Polizeiliche Kriminalstatistik ist eine reine Arbeitsstatistik der Polizei, sie bildet nur die Fälle von Kriminalität ab, die der Polizei bekannt sind. Die Dunkelziffer ist auf verschiedenen Deliktsfeldern höher als bei anderen. Allgemein lässt sich sagen, dass dort, wo Versicherungen entstandenen Schaden ersetzen, die Dunkelziffer eher niedrig ist. Hingegen werden Fälle im familiären oder sozialen Nahbereich der Polizei nicht immer gemeldet, die Dunkelziffer ist also entsprechend hoch.“

 

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