Polizei sorgt für friedlichsten 1. Mai seit Jahren in Berlin

4. Mai 2015 | Themenbereich: Gewerkschaft der Polizei, Interessenvertretungen | Drucken

Die Veranstaltungen rund um den 1. Mai in Berlin sind weitgehend friedlich geblieben. An den Demonstrationen, Kundgebungen und Feiern in vielen Teilen der Stadt nahmen Zehntausende Menschen teil. Nach Einschätzung von Polizeiexperten sorgten das massive Aufgebot sowie das professionelle Handeln und die umsichtige Taktik der Einsatzkräfte für einen insgesamt randalefreien Verlauf der Aufzüge. „Es war wohl der friedlichste 1. Mai seit vielen Jahren in der Hauptstadt“, so das Fazit der Beobachter der Gewerkschaft der Polizei (GdP). 4.500 Berliner Polizisten und 1.700 Kolleginnen und Kollegen aus anderen Bundesländern waren für die Gewährleistung der Sicherheit im Einsatz.

Bei der traditionellen „Revolutionären 1.-Mai-Demonstration“ mit rund 18.000 Teilnehmern am Freitagabend durch Kreuzberg und Neukölln gab es am Rande nur vereinzelt Auseinandersetzungen mit der Polizei. Explosivmittel detonierten, Flaschen, Farbbeutel und Steine flogen vor allem aus dem sogenannten Schwarzen Block mit einer erheblichen Zahl Vermummter, der an der Spitze des Zuges lief. Durch das schnelle und resolute Eingreifen der Einsatzkräfte konnten die Scharmützel schnell unterbunden werden und identifizierte Straftäter aus der Menge geholt werden.

Nach Abschluss der Demonstration kam es in der Nacht noch zu einzelnen Rangeleien zwischen Randalierern, die Flaschen und Knallkörper warfen, und Polizisten. Nach bisherigen Informationen wurden 35 Polizistinnen und Polizisten verletzt. 35 Personen wurden vorläufig festgenommen. Auch die Arbeit mobiler Staatsanwälte habe sich bewährt, hieß es von politischen Beobachtern in einer ersten Bilanz.

Hunderte Demonstranten protestierten am Nachmittag gegen zwei NPD-Kundgebungen in den Stadtteilen Lichtenberg und Marzahn/Hellersdorf, an denen den Angaben zufolge etwa 100 Rechtsextremen teilnahmen. Laut Polizei verliefen die Aufzüge ohne Zwischenfälle. Zehn Menschen seien überprüft worden, sagte der Sprecher. Verletzt wurde niemand.

Nach Ausschreitungen sind am Freitagabend in Hamburg zwei „revolutionäre“ Mai-Demonstrationen von der Polizei aufgelöst worden. Ein Zug mit 700 Menschen wurde von der Polizei nach wenigen Metern gestoppt. Einen weiteren mit rund 1000 Teilnehmern löste die Polizei wenige Stunden später auf. Nach Angaben von Polizei und Beobachtern wurden 34 Beamte und mehrere Demonstranten verletzt. Die Polizei nahm 18 Menschen fest. Gerhard Kirsch, Vorsitzender des GdP-Landesbezirks Hamburg, der gemeinsam mit dem GdP-Bundesvorsitzenden Oliver Malchow das Einsatzgeschehen vor Ort beobachtete: „Linksautonome Gewalttäter nutzten das Versammlungsrecht, um erneut Krawalle zu begehen. Dabei kam es zu erheblichen Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften der Polizei aus Hamburg, Schleswig-Holstein und der Bundespolizei. Sogar eine Feuerwehrwache wurde von diesen Gewalttätern angegriffen.“

Im weiteren Verlauf des Abends kam es zu diversen Sachbeschädigungen und gewalttätigen Auseinandersetzungen mit den Einsatzkräften in Altona und im Schanzenviertel.

 

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