Junge Strafgefangene trainieren und rappen gegen Gewalt

4. Mai 2015 | Themenbereich: Mecklenburg-Vorp., Strafvollzug | Drucken

Die Jugendanstalt Neustrelitz hat das Mai-Wochenende unter das Motto Anti-Gewalt gestellt. Wie seit mehreren Jahren ist am 1. Mai die Abschlussveranstaltung für das Anti-Gewalt-Training. Es folgt am Sonntag die Rap-Schule. Justizministerin Kuder sagte: „Es ist eine Investition in die Sicherheit. Oberstes Ziel des Strafvollzugs ist es, Entlassene wieder in die Gesellschaft einzugliedern. Wer ins normale Leben zurückfindet, ist vor neuen Straftaten gefeit. Das ist Opferschutz“, so Ministerin Kuder.

Beim Anti-Gewalt-Training der Jugendanstalt haben sich neun jugendliche Strafgefangene acht Monate lang in über 120 Stunden mit ihren Straftaten auseinandergesetzt. „Es wurden ihnen dabei Wiedergutmachung und Reue nähergebracht. Die Kursteilnehmer werden am 1. Mai beweisen, dass sie mit ihren Aggressivitätsauslösern konfrontiert werden können und dabei sehr wohl in der Lage sind, besonnen und gesellschaftsfähig zu reagieren“, sagte Steffen Bischof, der die Anti-Gewalt-Kurse leitet.

Am Sonntag geht für 15 Gefangene in der Neustrelitzer Jugendanstalt die „Rap-School“ weiter. Zum siebten Mal haben Insassen Texte geschrieben und einstudiert. Steffen Bischof erklärte: „In diesen Rap-Texten geht es um ihre eigenen Straftaten, um die Opfer und die Gesellschaft. In den einzelnen Kursen wird am Inhalt und der Musik selbst gefeilt.“ Die Rap-Schule der Anstalt ist im Jahr 2010 ins Leben gerufen worden. Seitdem haben mehr als 50 Jugendliche ihre Straftat mithilfe der Musik aufgearbeitet. Regelmäßig werden die Werke Mitgefangenen vorgestellt. Justizministerin Kuder unterstützt die Projekte weiterhin: „Der Zugang zu den Jugendlichen ist das Wichtigste, um ihnen ein Leben ohne Straftaten begreiflich zu machen.“

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