Fachtag „Nächstenliebe – Polizei – Gewerkschaft“

27. April 2015 | Themenbereich: Polizei, Sachsen | Drucken

„Es ist unsere gemeinsame Aufgabe, die Behörden, die Verwaltung, unsere Ämter zu öffnen und für interkulturelle Offenheit und einen aufgeklärten Umgang mit allen Menschen zu sensibilisieren, wenn nicht sogar zu schulen“, erklärte die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, Petra Köpping, auf dem heutigen Fachtag „Nächstenliebe – Polizei – Gewerkschaft“. Veranstaltet wird der Kongress von der AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus. Die Ministerin, die die Schirmherrschaft für die Tagung übernommen hat, betonte weiter: „Eine Willkommenskultur in Sachsen erreichen wir nur gemeinsam. Das ist ein Lernprozess, auch für die Träger der öffentlichen Ordnung. Wenn wir uns im Landtag oder in der Staatsregierung neue Umgangsformen wünschen und diese beschließen, werden sie erst damit Realität, dass sie bei all den Trägern staatlicher Gewalt ankommen, akzeptiert und umgesetzt werden.“

Der Fachtag beschäftigt sich mit dem Kreislauf von Protest und Gegenprotest, Eskalation und Vorbehalten sowie den Herausforderungen an Sicherheitspolitik und Polizei, die durch sozialen Wandel und den Wandel hin zu einer multiethnischen Gesellschaft entstehen. „Wir wollen eigene Bilder im Kopf hinterfragen und durch einen Austausch der alltäglichen, praktischen Erfahrungen die unterschiedlichen Blickwinkel offenlegen. Damit soll der Fachtag für konkrete Situationen nutzbar werden“, so Michael Glatz, Geschäftsführer der AG Kirche für Demokratie gegen Rechtsextremismus.

Den Hauptvortrag „Bilder prägen Handlungen – Polizeiarbeit zwischen Dienstleistung und Diskriminierungsvorwurf“ hält Prof. Dr. Rafael Behr, Dekan des Fachhochschulbereichs der Akademie der Polizei Hamburg. Für den Austausch und Abgleich mit der Praxis in Sachsen sorgen Beiträge aus dem Polizeirevier Dresden – Nord, aus der Perspektive geflüchteter Menschen, zivilgesellschaftlicher Initiativen und der Kirche.