Deutschland berät China auch weiterhin im Katastrophenrisikomanagement

24. April 2015 | Themenbereich: Feuerwehr - Katastrophenschutz | Drucken

Deutschland wird China auch im Zeitraum von 2015 bis 2017 in der Fortentwicklung des Katastrophenrisikomanagements unterstützen und beraten. Im Rahmen der so genannten „Globalen Initiative Katastrophenrisikomanagement (GI KRM)“ wurde am 16. April 2015 in Peking ein entsprechendes Abkommen zwischen Deutschland und China unterzeichnet.

Die GI KRM wurde 2013 vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) über die Deutsche Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit (GIZ) gestartet umfasst alleine in Asien fast ein Dutzend potentieller Partnerländer. Das Bundesministerium des Innern (BMI) vertritt den Bevölkerungsschutz im interministeriellen Beirat der Initiative, zu dem neben BMZ und BMI auch das Auswärtige Amt (AA), das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi), das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) gehören.

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK) und die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) gewährleisten im Rahmen der Zusammenarbeit mit China im Katastrophenrisikomanagement umfassende fachliche Expertise auf den Gebieten der Risikoanalyse, der Notfallplanung, des Krisenmanagements, der Anlage von Übungen und dem Aufbau von First-Responder-Kapazitäten. BBK und THW können dabei auf umfangreiche Erfahrungen aus einem deutsch-chinesischen Vorläuferprojekt aufbauen, das durch die chinesische Regierung in der Folge des schweren Erdbebens in Sichuan 2008 initiiert und von 2009 bis 2013 unter Regie der GIZ durchgeführt worden war. Die Projektpartner auf chinesischer Seite sind auf nationaler Ebene u.a. erneut die Chinese Academy of Governance (CAG) und das National Institute of Emergency Management (NIEM).

Im Anschluss an die zeremonielle Vertragsunterzeichnung erfolgte ein zweitägiger Planungsworkshop in der Nähe Pekings. Nach der Regierungsunmittelbaren Stadt Chongqing (2010–13) und der Provinz Guangdong (2010–13) werden in den kommenden zweieinhalb Jahren zwei neue Standorte in der Provinz Shaanxi und der Regierungsunmittelbaren Stadt Tianjin in das Folgeprojekt aufgenommen. Dort sollen gemeinsam mit den deutschen Experten so genannte „Modellstädte“ eines integrierten Katastrophenrisikomanagements entstehen, die Modellcharakter für China, aber möglicherweise auch für andere Länder Asiens haben könnten, die in die Aktivitäten der Globalen Initiative einbezogen werden sollen.

Dr. Gong Weibin, Generaldirektor von CAG/NIEM, begrüßte während der Vertragsunterzeichnung sowie während des Workshops nochmals ausdrücklich die sehr gute Zusammenarbeit mit Deutschland während des Vorläuferprojektes und erhofft sich von der Fortsetzung nun unter der Flagge der GI KRM weitere erfolgreiche Entwicklungsschübe für das chinesische Risiko- und Katastrophenmanagement. Gleiche Erwartungen hegten die Vertreter der regionalen Emergency Offices (EMO) aus Shaanxi und Tianjin. Der Direktor des Landesbüros China der GIZ, Oliver Auge, die Berliner Abteilungsleiterin „Global Partnerships-Emerging Economies“ der GIZ, Frau Dr. Astrid Skala-Kuhmann und der Leiter der GI KRM, Olaf Handloegten, sagten hier die volle Unterstützung zu. Gleichermaßen äußerten sich für das BMI der für dieses Projekt zuständige Referatsleiter René Du Bois und für die Expertenseite Dr. Wolfram Geier vom BBK sowie Florian Weber vom THW.

 

Quelle: BBK