Zentrale Ermittlungsgruppen der Polizei werden ausgebaut

23. April 2015 | Themenbereich: Polizei, Rheinland-Pfalz | Drucken

Rheinland-Pfalz wird zur forcierten Bekämpfung von Wohnungseinbrecherbanden die zentralen Ermittlungs- und Auswertungsgruppen flächendeckend bei allen Polizeipräsidien im Land einrichten. „Unsere Polizei ist bei der Bekämpfung des Wohnungseinbruchdiebstahls schon lange sehr aktiv. Um das Vorgehen gegen überregional agierende Täter auch mit überregional operierenden Ermittlungseinheiten weiter zu verstärken, werden wir in einem nächsten Schritt in allen Präsidien spezialisierte Polizeigruppen nach dem Beispiel des Polizeipräsidiums Trier einrichten“ sagte Innenminister Roger Lewentz am Donnerstag in Mainz. Mit diesem konzeptionellen Schwerpunkt werde die Polizeiarbeit in dem schwer aufzuklärenden Deliktbereich so effizient und zielgerichtet wie möglich ausgerichtet.

Das Polizeipräsidium Trier arbeite seit Herbst letzten Jahres erfolgreich mit einem solchen Organisationsmodell, erläuterte Lewentz. Eine zentrale Ermittlungsgruppe werde dabei über alle Wohnungseinbruchsdiebstähle im Präsidialbereich informiert. Fänden sich Hinweise auf eine überregionale Täter, würden die Ermittlungen zentral fortgeführt. „In Trier ist es gelungen, Taten zusammenzuführen, eine Bande zu identifizieren und einer überregional agierenden Tätergruppe bis zu 40 Wohnungseinbrüche zuzuordnen“, hob der Minister hervor. Die Organisationsstrukturen konnten aufgehellt und die Täter am Ende festgenommen werden.

Die international agierenden Banden zeichneten sich dadurch aus, dass sie innerhalb kurzer Zeit verkehrsgünstig gelegene Regionen aufsuchten und dort gleich mehrere Wohnhäuser oder Wohnungen angingen, die zuvor von Mittätern als erfolgversprechend ausgekundschaftet worden seien, so Lewentz. Das Eindringen in die Wohnhäuser und die Suche in der Wohnung nach Wertsachen sei zumeist eine Angelegenheit von wenigen Minuten. „So schnell wie diese Täter gekommen sind, so schnell sind sie auch wieder verschwunden, ohne am Tatort auswertbare Spuren zu hinterlassen“, hob der Minister hervor. „Gerade diese mobilen Banden werden für den bundesweiten Anstieg der Fallzahlen verantwortlich gemacht“, betonte Lewentz. Diese Entwicklung sei keineswegs ein spezifisches Problem in Rheinland-Pfalz.

Im Zeitraum von 2010 bis 2014 sind die Fallzahlen beispielsweise in Bayern um 83,7 Prozent, in Baden-Württemberg um 71,9 Prozent und im Saarland um 46,5 Prozent gestiegen. In Rheinland-Pfalz betrug die Steigerung in diesem Zeitraum 27 Prozent.

Die Polizeipräsidien arbeiten bereits seit Jahren mit speziellen Bekämpfungsstrategien, die von der systematische Spurenauswertung über täterorientierte Ermittlungen und einen länderübergreifenden Informationsaustausch bis zu intensivierten Streifen der Polizei und zum Teil groß angelegte Kontrollen reichen. Besondere Bedeutung kommt allerdings auch dem Bereich Prävention und Vorbeugung zu. Alle Polizeipräsidien und das LKA verfügen über Beratungsstellen.

„In diesem Zusammenhang fordere ich auch erneut, die steuerlichen Absetzbarkeit von Materialkosten für Sicherungstechnik“, betonte der Minister. Diese steuerliche Förderung, aber auch die Bereitstellung spezieller Kredite durch die Kreditanstalt für Wiederaufbau schafften Anreize, Häuser und Wohnungen besser zu schützen. Beide Maßnahmen habe er bereits 2013 in die Innenministerkonferenz eingebracht. Die Umsetzung des bundesweiten Programms der Polizeilichen Kriminalprävention, das unter anderem das Projekt „k-einbruch“ umfaßt. ist ein weiterer wichtiger Baustein in der Prävention. (Informationen und Tipps gibt es unter www.polizei-beratung.de).

„Nicht zu unterschätzen sind auch die ‚Haustürgespräche‘, bei denen Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte die Menschen gezielt ansprechen und zugleich dafür sensibilisieren, bei verdächtigen Wahrnehmungen sofort die Polizei zu informieren“, sagte Lewentz. Die Aufmerksamkeit der Bürgerinnen und Bürger sei im Kampf gegen Wohnungseinbrecher von besonderer Bedeutung. In kaum einem anderen Bereich sei die Polizei so auf die Mithilfe der Bevölkerung angewiesen.

„Besondere Bedeutung kommt allerdings im Zusammenhang mit Wohnungseinbrüchen dem Opferschutz zu“, hob Lewentz hervor. Wohnungseinbrüche könnten wegen der Verletzung der Privatsphäre mit schweren physischen und psychischen Folgen sowie einer nachhaltigen Beschädigung des Sicherheitsgefühls verbunden sein. Die Polizei habe auch diesen Aspekt im Blick und nehme sich der Opfer mit speziell dafür geschulten Polizeibeamtinnen und Polizeibeamten an.

„Die Bekämpfung der Wohnungseinbrüche mit all ihren Folgen sind mir ein besonderes Anliegen“, unterstrich der Minister. Die Bevölkerung könne darauf bauen, dass diese Bekämpfung auf den verschiedensten Feldern weiter voran getrieben werde.

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