Neue Landeskoordinierungsstelle im Kampf gegen religiösen Extremismus

16. April 2015 | Themenbereich: Innere Sicherheit, Schleswig-Holstein | Drucken

Die Landesregierung verstärkt den Kampf gegen religiös motivierten Extremismus. Eine Landeskoordinierungs- und Beratungsstelle in der Trägerschaft der Türkischen Gemeinde in Schleswig-Holstein e.V. kümmert sich seit Anfang des Monats vor allem um junge Menschen, die in Gefahr sind, sich religiös zu radikalisieren. „“Wir setzen auf Prävention, Intervention und Netzwerkarbeit““, sagte Innenminister Stefan Studt am Dienstag (14. April) in Kiel. Es gehe in erster Linie darum, das Demokratieverständnis bei Kindern und Jugendlichen zu festigen und den Kreislauf von Diskriminierung und Radikalisierung zu durchbrechen. Ein Schwerpunkt liege auf der Salafismusprävention, denn der Salafismus sei die derzeit dynamischste islamistische Bewegung.

Eine Mitarbeiterin in der Landeskoordinierungsstelle im Innenministerium und je ein weiterer Berater in Kiel (ab 1. Mai) und Lübeck unterstützen und beraten landesweit Eltern, Angehörige und Freunde von jungen Menschen, die sich radikalisieren oder bereits radikalisiert haben. Sie analysieren gemeinsam die Situation und suchen mit Hilfe von Fachkräften nach Lösungen. Zu den Aufgaben der Landeskoordinierungsstelle gehören auch die pädagogische Arbeit und politische Bildung in Schulen, Jugendeinrichtungen und Kindertagesstätten. In Fortbildungsseminaren sollen Lehrerinnen und Lehrer und andere Pädagogen befähigt werden, auf religiös motivierte Verhaltensweisen angemessen zu reagieren. Institutionen und Einrichtungen wie muslimische Vereine, Schulen oder Elternverbände sollen landesweit vernetzt werden, um das zivilgesellschaftliche Engagement zu stärken.

Für die Entwicklung und Umsetzung von konkreten Projekten zu den Themen religiöser Extremismus und Muslim- beziehungsweise Islamfeindlichkeit stehen rund 30.000 Euro jährlich zur Verfügung. Die Projekte sollen in Zusammenarbeit mit islamischen Religionsgemeinschaften und muslimischen Verbänden entstehen. Ratsuchende, Betroffene und Angehörige können eine Hotline (0431 988-3434) anrufen. Hierüber erfolgt eine erste Kontaktaufnahme zu erfahrenen Fachleuten. Darüber hinaus ist auch die Landeskoordinierungsstelle unter der Telefonnummer 0431 988-3151 zu erreichen. Diese steht zusätzlich bei Fragen zum Landesprogramm und zu Fördermöglichkeiten von regionalen Projekten zur Verfügung.

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